In Erlinsbach hat sich ein Köhlerverein gegründet, der zum Ziel hat, die ehemalige Holzhütte vom Waldfest 2010 wieder aufzustellen und zu betreiben. Eine entsprechende Bewilligung vom Kanton Aargau liegt vor. Angeführt wird der neue Verein von Gemeindepräsident Markus Lüthy hpersönlich.

Mancher am Erzbach und darüber hinaus erinnert sich noch lebhaft an das rauschende Waldfest im Herbst vor fünf Jahren, das dem Jubiläum 100 Jahre Ortsbürgergemeinde Erlinsbach galt und einen ganzen Monat lang dauerte. Im Epizentrum der Festivitäten stand ein Kohlemeiler und ein Köhlerbeizli, mit dem noch heute schönste Erinnerungen verbunden sind. «Wir hörten immer wieder Stimmen, die wünschten, dass diese Köhlerhütte zu einer festen Einrichtung werden soll», sagt Gemeindepräsident Markus Lüthy, der 2010 auch dem Fest-OK vorstand. So wurde nach dem Festende die Holzkonstruktion nicht vernichtet, sondern vorsorglich eingelagert.

Ganz so einfach war die Umsetzung dieses Traums allerdings nicht. Denn das Holzhaus sollte ja ausserhalb der Bauzone und in Waldnähe wieder aufgebaut werden. Verhandlungen mit der Abteilung Wald des Kantons Aargau trugen schliesslich Früchte. Als Standort kristallisierte sich ein Areal oberhalb des Restaurants Gehren bei der Panzerplatte des Militärs heraus. Mitten im naturnahen Forstreservat, das Erlinsbach zusammen mit Küttigen ermöglicht hat. Die Köhlerhütte, so Gemeindeschreiber Bruno Vogel, soll Besucherinnen und Besuchern denn auch als «Informations-Pavillon» über die Fauna und Flora im nahen Wald dienen.

Keine permanente Köhlerbeiz

Nach dem Vorliegen der Baubewilligung machte sich ein harter Kern im Dorf sofort an die Arbeit und gründete den Köhlerverein Speuz. «Dieser hat den Zweck, die Holzhütte am neuen Standort aufzustellen, zu unterhalten und zu betreiben», erklärt der Vereinspräsident Markus Lüthy. Man will allerdings in der Gehren keine permanente Köhlerbeiz führen, sondern lediglich einen Unterstand für die Öffentlichkeit errichten. Der Kreis der Nutzer ist weit, er reicht von Wanderern über Grillfans bis zu Vereinen und der Schule. Zu den Zielen gehört aber auch die Durchführung eines Köhlerfestes samt einem rauchenden Meiler wie vor fünf Jahren.

Vorläufig geht es laut Lüthy in einer ersten Phase darum, Mitglieder und Sponsoren zu finden, die mithelfen, die Idee auch zu realisieren. Das erste Echo im Dorf und beim hiesigen Gewerbe ist positiv ausgefallen. So rechnet der Präsident mit einem raschen Baubeginn und mit der festlichen Einweihung des heimeligen Holzbaus bereits im kommenden Frühsommer.

Lüthy sieht in der Köhlerhütte den Nebeneffekt, dass «die Durchführung von Anlässen an diesem lauschigen Ort auch das Dorfleben im Erzbachtal fördert und stärkt». Zusätzlich möchte der Verein das uralte Köhlerhandwerk pflegen und der heutigen Generation vor Augen führen. Dass im Köhlerverein Speuz Geselligkeit und Gemütlichkeit einen hohen Stellenwert haben, versteht sich von selbst.