Neues Stadion

Spendenziel von 2 Millionen erreicht: FC-Aarau-Fans haben geliefert, jetzt sind die Spieler gefordert

Michael Hunziker und René Herzog von meinstadion.ch mit FCA-Präsident Alfred Schmid (v.l.n.r.).

Michael Hunziker und René Herzog von meinstadion.ch mit FCA-Präsident Alfred Schmid (v.l.n.r.).

Nach acht Monaten ist die Ziellinie erreicht, aber noch nicht ganz überschritten: Doch bis am 20. Juli wird die 2-Millionen-Marke geknackt sein. Ein Teilerfolg für die Stadion-Befürworter - jetzt muss bis zur Volksabstimmung sportlich und politisch Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Das Ziel ist erreicht. Oder genau gesagt: Fast erreicht. In den knapp acht Monate seit der Lancierung der Spendenaktion "meinstadion.ch" sind 1'929'774.36 Franken zusammengekommen. Die Lücke bis zu den anvisierten 2 Millionen wird bis am 20. Juli 2018 gefüllt sein: Entweder durch weitere Spenden. Oder durch durch die grösste FCA-Gönnervereinigung "Club 100", die für einen allfälligen Fehlbetrag bürgt. Die 2 Millionen sind der Betrag, den gemäss Finanzierungsplan der FC Aarau und sein Umfeld für den Stadionbau zur Verfügung stellen müssen. 

Auch wenn es länger gedauert hat als ursprünglich erhofft, dürfen die meinstadion.ch-Initianten zufrieden auf die Spendenkampagne zurückblicken. Eine solch zahlreiche Unterstützung für ein regionales Bauprojekt sucht schweizweit wohl seinesgleichen. Geschäftsführer Michael Hunziker sagt: "Das zeigt, dass es lohnt, weiter dafür zu kämpfen, dass in Aarau das geplante Fussballstadion realisiert werden kann." FCA-Präsident Alfred Schmid sagt: "Trotz einer sportlich unbefriedigenden Saison 2017/18 hat die FCA-Familie zusammengehalten und etwas Grossartiges geleistet. Wir vom FC Aarau werden alles dafür tun, dieses Vertrauen in der nächsten Saison mit besseren Leistungen auf dem Platz zurückzahlen zu können."

Abbrucharbeiten im Aarauer Torfeld Süd - hier sollen dereinst das Stadion und die vier Hochhäuser stehen

Die Abbrucharbeiten im Aarauer Torfeld Süd sind im Gang. Hier sollen dereinst das Stadion und die vier Hochhäuser stehen

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Auch Ottmar Hitzfeld hat gespendet

Höhepunkt der achtmonatigen Spendenkampagne war der Event am 16. Dezember in der Aarauer Altstadt, an dem ehemalige FCA-Grössen ihre Solidarität mit dem Bau des neuen Stadions demonstrierten. Darunter Trainerlegende Ottmar Hitzfeld, der selber einen namhaften Betrag spendete und sagte: "Ohne ein neues Stadion ist der Spitzenfussball im Kanton Aargau leider dem Untergang geweiht."

Bekanntlich hat sich in den vergangenen Monaten in der Stadionfrage einiges bewegt. Der angekündigte "Plan B" ist nun abgesteckt - das Stadion soll zusammen mit vier Hochhäusern gebaut werden. Der Aarauer Stadtrat, der FC Aarau, meinstadion.ch und die Bauherrin und Landbesitzerin HRS demonstrierten Einigkeit hinter dem Projekt im Torfeld Süd. 

Hier soll das neue Aarauer Stadion gebaut werden: Drohnenflug über das Areal Torfeld Süd.

Hier soll das neue Aarauer Stadion gebaut werden: Drohnenflug über das Areal Torfeld Süd.

(Herbst 2016)

In den nächsten Wochen wird der Gestaltungsplan für die vier Hochhäuser und das Stadion öffentlich. Ende Jahr wird die für den Bau nötige Teilrevision des Bau- und Nutzungsordnung Torfeld Süd (BNO-Revision) im Aarauer Einwohnerrat behandelt, wohl in der ersten Hälfte des Jahres 2019 kommt es dann zur Volksabstimmung. 

Hunziker nimmt Stadion-Taskforce in die Pflicht

Um Letztere zu gewinnen, braucht es in den nächsten Monaten viel Überzeugungsarbeit seitens der Stadion-Befürworter. Einerseits muss der FC Aarau mit erfolgreicherem und attraktiverem Fussball als zuletzt in den Köpfen der Aarauer eine Berechtigung für das Stadion erwirken. Auf politischer Ebene geht es primär darum, das Volk von den städteplanerischen Vorteilen der vier Hochhäuser zu überzeugen.

Michael Hunziker sagt: "Den Abstimmungskampf jetzt schon genau zu definieren, ist zu früh. Wir wissen ja noch nicht, wann genau die Abstimmung stattfindet. Aber Fakt ist: Wir werden nach Erreichen des Spendenziels jetzt nicht die Arbeit niederlegen und auf das Gute hoffen, wir werden uns auch in den nächsten Monaten entsprechend engagieren und bei den verschiedenen Bevölkerungsgruppen für das Stadion und die Hochhäuser werben. Erste Treffen mit Beteiligten haben stattgefunden. Gleichzeitig sehe ich auch die Stadion-Taskforce des Aarauer Stadtrats in der Pflicht, für das Projekt zu werben. Sie hat sich schliesslich zum Projekt bekannt."

Hunziker nennt zudem die Bedingungen für die Überweisung der 2 Millionen Franken an die Bauherrin HRS: "Bis Ende September 2018 muss ein Kaufvertrag zwischen der Stadt und der HRS unterzeichnet sein. Und das Geld wird erst bei der Schlüsselübergabe für das neue Stadion überwiesen. Wir investieren nicht in eine Bauruine." Falls das Volk im kommenden Jahr die BNO-Revision ablehnt oder die genannten Bedingungen von "meinstadion.ch" nicht erfüllt sind, werden alle Spendenbeträge von 50 Franken und mehr zurückbezahlt. Der Restbetrag fliesst zu je einem Drittel in die FCA-Nachwuchsabteilung, in die FCA-Frauenabteilung und in den Verein FCA 1902. 

FCA-Präsident Alfred Schmid macht nochmals deutlich, was in den nächsten zwölf Monaten auf dem Spiel steht: "Wir haben von der Swiss Football League solange eine Ausnahmebewilligung für das Stadion Brügglifeld, solange es ein realistisches Bauprojekt für ein neues Stadion gibt. Wenn die Abstimmung verloren geht, verfällt die Ausnahmebewilligung. Ein Aufstieg in die Super League wäre dann nicht mehr möglich und für den Verbleib in der Challenge League wären Millioneninvestitionen im Brügglifeld nötig, verbunden mit absehbaren Schwierigkeiten beim Erhalt der Baubewilligungen."

Mit anderen Worten: Im Worst Case ist für den FC Aarau die Saison 2018/19 für lange Zeit die letzte im Profifussball. Im besten Fall steht der Klub und mit ihm der Aargauer Spitzenfussball in einem Jahr vor einer vielversprechenden, ja glänzenden Zukunft.

Die unendliche Geschichte des Aarauer Stadions:

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