Notfallübung
Spektakuläre Rettungsaktion am Kantonsspital Aarau

Wie bringt man Patienten rasch und sicher aus einem brennenden Spital? Diesen Notfall übte die Betriebsfeuerwehr Kantonspital Aarau (KSA) zusammen mit der Stützpunktfeuerwehr Aarau und dem Pflegepersonal.

Hanny Dorer
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Einige «Patienten» wurden über die Autodrehleiter evakuiert.

Einige «Patienten» wurden über die Autodrehleiter evakuiert.

Jiri Reiner

Weil sich eine solche Evakuationsübung schwerlich mit richtigen Patienten durchführen lässt, wurde die Übung in die Tagesklinik verlegt, in der sich jeweils am Abend keine Patienten mehr befinden. Stattdessen wurden die Betten von zwei Stationen mit 34 fiktiven Patienten besetzt.

Folgendes Szenario lag der Übung zugrunde: Im 3. Stock von Haus 1 wurden Arbeiten an der Rohrpost durchgeführt. Dabei brach ein Feuer aus, es entwickelte sich starker Rauch, vermischt mit giftigen Dämpfen, die sich im 4. Stock ausbreiteten. Als erster Offizier erschien Thomas Räss und übernahm die Einsatzleitung, später wurde er von Daniel Naef unterstützt.

Mit der Drehleiter fahren die Feuerwehrmänner hoch zum Fenster
11 Bilder
Rein in den Rauch
Nur die Übungsleitung darf ohne Schutzmaske in den Rauch
Mit Masken rennt das Personal durch die Gänge
Impressionen von der Evakuationsübung im KSA
Diese Rettungsaktion sieht glücklicherweise gefährlicher aus, als sie ist
Die Patientin scheint sich bei der Rettungsübung wohl zu fühlen
Die Patientin auf dem Weg ins Freie
Kein angenehmer Moment für Patienten mit Höhenangst
Der Blick hinunter
Der Einsatz wird besprochen

Mit der Drehleiter fahren die Feuerwehrmänner hoch zum Fenster

Jiri Reiner

«Ziel der Übung war es, innert 90 Minuten alle ‹Patienten› zu evakuieren – und das ist uns gelungen», stellte André Barfuss, Kommandant der Betriebsfeuerwehr KSA, am Ende der Übung fest. Fazit: Übung erfüllt. «Im Ernstfall wären alle Patienten gerettet worden», lobte Kommandant Barfuss die Feuerwehrleute für ihren Einsatz.

Allerdings war ihre Aufgabe nicht leicht, denn wegen des – natürlich ungiftigen – Rauches konnte nur unter Atemschutz gearbeitet werden und alle Patienten mussten mit sogenannten Fluchthauben versehen werden, bevor sie durch den Korridor oder über die Autodrehleiter in Sicherheit gebracht wurden. Einige konnten selber gehen, andere wurden samt ihrem Bett evakuiert. Die Krankenzimmer sind übrigens so abgesichert, dass die Patienten mindestens eine Stunde lang vor Feuer und Rauch sicher sind.

Es war die erste Übung dieser Art im KSA und sie lieferte wertvolle Erkenntnisse. Während die Zusammenarbeit hervorragend klappte, hatte man die engen Platzverhältnisse unterschätzt: Die Triage-Ärztin und die Atemschutztrupps mussten sich den Platz im engen Korridor teilen. Auch bei der Kommunikation ortete Übungsleiter Dave Selinger angesichts der Weitläufigkeit der Anlage noch Verbesserungspotenzial. Die Kader der Betriebsfeuerwehr und des Stützpunktes werden die an der Übung gewonnenen Erkenntnisse in die künftige Arbeit einfliessen lassen.