Aarau

Spektakulärer Abbruch: Die alte Kettenbrücke stürzte am Donnerstag in die Aare

1949 wurde die altehrwürdige Kettenbrücke eingeweiht. Am Donnerstag ging es ihr dann definitiv an den Kragen. Am Nachmittag kam es zu einem spektakulären Abbruchspektakel.

Es dürfte der spektakulärste Moment des Abbruchs der alten Kettenbrücke gewesen sein. Nur Eingeweihte wussten, was gestern Donnerstag kurz nach Mittag passierte. Ein unplanmässiger Einsturz des Südteils der Brücke? «Nein, das war so vorgesehen», betont Roberto Scappaticci, Projektleiter in der kantonalen Abteilung Tiefbau. «Das war eine sehr sichere, schnelle und kostengünstige Lösung.»

Aufmerksamen Beobachtern, und davon hat es in Aarau viele, war gestern Morgen aufgefallen, dass das Rückbau-Team mit seinen Baggern nicht mehr in der Mitte aktiv war, sondern beim Brückenkopf auf der Südseite. Und sie hatten längst bemerkt, dass unter der Brücke die Aare mit Kies aufgeschüttet worden war. Man hat für die Brücke quasi ein Bett gemacht. Das geht übrigens nur auf der Stadtseite: Auf der Nordseite ist der Fluss deutlich tiefer und der Aufwand für das «Bett» wäre grösser.

Gegen 14 Uhr war es so weit: Der südliche Teil der Kettenbrücke war so instabil, dass er langsam absackte, auf das Kies und ins Aare-Wasser stürzte. Das verursachte Lärm und es gab eine grosse Staubwolke.

Sofort nahmen die Bagger ihre Tätigkeit wieder auf und begannen mit dem Zerkleinern und Abtransportieren der zwischenzeitlich gewölbten Brückenplatte. Es eilt, denn die Arbeiter wollen möglichst vor dem nächsten Regen fertig sein. «Wir geben Vollgas, arbeiten ausnahmsweise auch am Samstag», erklärt Scappaticci.

Sobald die Platte im Süden abtransportiert ist, gehen die Arbeiten im Norden weiter – leider ohne das gestrige Absturz-Spektakel. 

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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