Budget
Sparmassnahmen nötig: Aaraus Steuerfuss steigt um 3 Prozent

Damit die Investitionen finanziert werden können, ist Vermögensabbau notwendig.

Urs Helbling
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Die Aarauer müssen künftig tiefer in die Tasche greifen. (Symbolbild)

Die Aarauer müssen künftig tiefer in die Tasche greifen. (Symbolbild)

KEYSTONE

Für das laufende Jahr hat die Stadt Aarau einen operativen Verlust von 3,2 Millionen Franken budgetiert. Für nächstes Jahr legt sie ein ausgeglichenes Budget vor. Allerdings sind dafür sowohl Sparmassnahmen (LUP, az von gestern) als auch Mehreinnahmen nötig. Der Steuerfuss bleibt zwar bei 97 Prozent. Aber eigentlich müsste er auf 94 Prozent sinken.

Der Stadtrat erklärt das in der Medienmitteilung folgendermassen: «Mit dem Projekt ‹Aufgaben- und Lastenverschiebung (ALV)› verschieben sich Aufgaben zwischen dem Kanton und den Aargauer Gemeinden. Das Volk hat im Februar 2017 einen Steuerfussabtausch von 3 Prozent beschlossen, da der Kanton per Saldo aller Verschiebungen stärker belastet und die Gemeinden insgesamt entlastet sind. Das bedeutet, dass der Kanton seinen Steuerfuss um 3 Prozent erhöht und die Gemeinden ihre Steuerfüsse im Gegenzug um 3 Prozent senken.»

Genau das soll aber in Aarau nicht geschehen. Der Stadtrat schreibt: «Die aktualisierten Zahlen zeigen, dass die ALV die Stadt im Jahr 2018 um 0,8 Millionen und ab dem Jahr 2019 um 1,1 Millionen Franken belasten wird. Die Mehrbelastung dürfte mittelfristig eher mehr als zwei Steuerprozente betragen, weil die Kosten für die materielle Sozialhilfe neu vollständig von den Gemeinden getragen werden müssen.»

Nach wie vor düster sieht es beim Selbstfinanzierungsgrad der Investitionen aus. Die Stadt muss erneut Kapital verbrennen, um die 29,9 Millionen Franken für Investitionen aufbringen zu können. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 60 Prozent. Es müssen 9,6 Millionen Franken dem Vermögen entnommen werden.

Das Schwergewicht der Investitionen liegt im Jahr 2018 bei der Erweiterung der Schulanlage Gönhard (siehe unten), der Realisierung der Familien- und schulergänzenden Tagesstrukturen (FuSTA) und dem Neubau des Kindergartens in Rohr.

Es sollen aber auch ein Polizeiauto, ein Rasenmäher-Traktor und Kehrichtwagen angeschafft werden. Letzterer erhält für 150 000 Franken einen Kran, damit die neuen Ghüder-Unterflursysteme entleert werden können. Davon sind zwei neue (Holzmarkt und Asylstrasse) geplant. Die Haupteinkaufsstrasse Igelweid wird nächstes Jahr monatelang eine Baustelle sein. Es werden 400 000 Franken in die Kanalisationssanierung investiert.