Auf fast 800 Metern über Meer steht die Klinik Barmelweid wettermässig öfter auf der Sonnenseite als das Dorf Erlinsbach, zu dem sie gehört. Deshalb kommt es sogar vor, dass Sonnenhungrige aus dem Tal in der Klinik anrufen, um zu erfahren, ob diese aus dem Nebel ragt und sich ein Ausflug lohnt. Gelohnt hat sich auf jeden Fall der Klinikbetrieb im vergangenen Geschäftsjahr. «Finanziell befindet sich die Klinik Barmelweid auf Kurs», teilte die Medienstelle gestern mit.

Im letzten Jahr verbuchte die von Daniel Heller präsidierte Klinik gemäss Geschäftsbericht 67'734 Pflegetage. Das sind gut 5 Prozent mehr als im Vorjahr (+3238). Insgesamt wurden 2955 stationäre Patienten registriert (Vorjahr: 2871). Sie entfallen hauptsächlich auf die Bereiche Pneumologie (Lunge) und Kardiologie (Herz). Im ambulanten Bereich dominieren die Psychosomatik- und die Schlaflabor-Patienten.

Meiste Patienten sind Aargauer

Von zehn stationären Patienten kommen sechs aus dem Kanton Aargau, drei aus den beiden Basel oder aus dem Kanton Solothurn und einer aus der übrigen Schweiz. Die Steigerung erklärt die «Barmelweid» so: «Erstens geniessen die medizinischen Angebote der Barmelweid einen hervorragenden Ruf, was sich in einer konstant hohen Zuweisung von Patientinnen und Patienten niederschlägt», heisst es in der Medienmitteilung. «Zweitens sind weitere Pflegeheimbetten zugunsten von Klinikbetten umgewandelt worden.»

Diesen Entscheid hatte man 2016 aufgrund von Schwankungen in der Nachfrage für Langzeitpflegeplätze getroffen. Betten der Langzeitpflege wurden zugunsten der geriatrischen Rehabilitation umgewandelt. Offenbar mit ökonomischem Erfolg. Im 2016 hatte die Pflegezentrum Barmelweid AG noch einen Verlust von rund 180 000 Franken eingefahren.

Ein Jahr später liegen sowohl die Klinik als auch das Pflegezentrum wieder im angepeilten positiven Bereich. «Der Ertrag der Klinik Barmelweid erhöhte sich um fünf Prozent auf 54,7 Mio. Franken», schreibt die Medienstelle. Personal- und Sachaufwand seien um knapp sechs Prozent gestiegen, was zu einem Jahresgewinn von 2,9 Mio. Franken geführt habe.

«Mit einer hohen Auslastung und einem effizienten Kostenmanagement erzielte auch das Pflegezentrum Barmelweid ein positives Jahresergebnis von 86 604 Franken.» Der Ertrag lag bei 2,2 Mio. Franken (Vorjahr: 5,2).

Das Eigenkapital der Klinik betrug per Ende 2017 rund 26,57 Mio. Franken (Vorjahr: 23,67); dasjenige des Pflegezentrums 0,93 Mio. Franken (Vorjahr: 0,84).

Rund 10 Stellen mehr

Auch im Stellenplan ist im letzten Jahr eine Steigerung um rund 10 Stellen auf 386 zu verzeichnen, wobei die Zahl der Ärztinnen und Ärzte nahezu gleich geblieben ist und beim Pflegepersonal abgebaut wurde. Mit 50 Auszubildenden ist die Barmelweid in der Nachwuchsförderung aktiv. Eine wichtige organisatorische Neuerung im 2017 war gemäss Medienmitteilung die Schaffung eines neuen Bereichs für Therapie, Beratung und Diagnostik. Er wird von Frans Hollander geleitet, der auch Einsitz in die Barmelweid-Geschäftsleitung genommen hat.

Bettenhaus Anfang 2019 bereit

Auch vermeldet die Barmelweid, dass das Projekt «Oscar» planmässig voranschreite. Damit ist das neue Bettenhaus (110 Betten) gemeint. Im Sommer 2016 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, Ende 2017 hat der Rohbau seine endgültige Höhe erreicht. «Das imposante, geschwungene Gebäude prägt schon jetzt das Klinikareal. Die Aussicht aus den künftigen Patientenzimmern ins Erzbachtal ist beeindruckend.» Geplant war bislang, dass der Neubau Ende 2018 bezogen werden kann, auf ihrer Website gibt die «Barmelweid» nun aber «Januar 2019» als Bezugstermin an. Die Klinik Barmelweis kann den Neubau aus eigener Kraft finanzieren. Die Bausumme liegt bei 110 Mio. Franken.