Vorstoss

«Soll Aarau die Alpiq-Aktien abstossen?»: Brisante Fragen nach Konkursgerüchten

Alexander Umbricht, Einwohnerrat Grünliberale, in seiner Anfrage: «Welche Auswirkungen hätte eine Insolvenz der Alpiq auf die IBA?»

Alexander Umbricht, Einwohnerrat Grünliberale, in seiner Anfrage: «Welche Auswirkungen hätte eine Insolvenz der Alpiq auf die IBA?»

Der grünliberale Einwohnerrat Alexander Umbricht stellt dem Stadtrat in einer Anfrage brisante Fragen zum Wertverlust der Alpiq-Aktien.

Jetzt wird der gigantische Wertverlust der Alpiq-Aktien ein Thema in der Aarauer Politik. Der grünliberale Einwohnerrat Alexander Umbricht packt das heisse Eisen mit einer Anfrage an den Stadtrat an.

Und er schreibt dabei sogar von einer möglichen Insolvenz des von Jens Alder präsidierten und von Jasmin Staiblin geführten Energieriesen: «Da ein Konkurs der Alpiq Holding AG in den nächsten Jahren möglich scheint, hat der Wert der Alpiq-Aktien einen indirekten Einfluss auf das Vermögen der Stadt.»

Umbricht fragt: «Welche Auswirkungen hätte eine Insolvenz der Alpiq auf die IBA?» Und: «Ist die Alpiq Beteiligung der IBA versorgungstechnisch relevant oder strategischer Natur? Muss sie deshalb gehalten werden oder kann sie auch zugunsten einer Sonderdividende für der Stadt oder zugunsten anderer Wachstumsfelder der IBA veräussert werden?»

Veräussern würde heissen, den Restwert des Aktienpaktes noch zu realisieren. In den Worten von Umbricht: «Werden die Aktien zu einem guten Wert verkauft, kann die Stadt ihr Vermögen erhöhen. Fällt der Wert der IBA-Aktien auf null …». Vom Grünliberalen nicht thematisiert wird, ob es überhaupt einen Käufer für die Aarauer Alpiq-Aktien gäbe.

Aktie abgestürzt

Bereits vor einem Jahr (Ausgabe vom 1. September 2016) hat sich die AZ dem Problem angenommen. Damals unter dem Titel: «100 Millionen gingen bachab. Die Stadt hat wegen der Alpiq-Beteiligung der IBAarau auf dem Papier gigantisch Geld verloren.» In der Folge wiesen Vertreter der IBAarau darauf hin, es handle sich beim Alpiq-Paket nicht um eine rein auf Rendite ausgelegte Finanzbeteiligung, sondern um eine strategische Beteiligung.

Die Ausgangslage: Die IBAarau ist mit 2 Prozent am Aktienkapital von Alpiq beteiligt. Alpiq entstand Anfang 2009 aus der Fusion der Atel (Olten) und der Westschweizer EOS. Am ersten Handelstag (2. Februar 2009) kostete eine Alpiq-Aktie Fr. 485.25. Ein Wert, der danach nie mehr erreicht wurde. Gestern lag der Kurs bei 82 Franken. Wie dramatisch der Kurszerfall ist, zeigt dieser Vergleich: Anfang 2009 hatte Alpiq einen Wert von 13,5 Milliarden Franken. Gestern waren es noch 2,3 Milliarden Franken.

Es droht ein Totalverlust

Was bedeutet das für die Stadt Aarau? Sie ist zu 95 Prozent Besitzerin der IBAarau. Die von Stadtpräsidentin Jolanda Urech präsidierte IBAarau wiederum nennt rund 550 000 Alpiq-Aktien ihr Eigen. Die «Aarauer» Alpiq-Aktien hatten Anfang 2009 einen Wert von etwa 260 Millionen Franken.

Gestern waren es noch 45 Millionen Franken. Also haben sich über 200 Millionen Franken – immer auf dem Papier – in Luft aufgelöst. Und bei einem Konkurs der Alpiq müsste mit einem Totalverlust gerechnet werden.

Einwohnerrat Umbricht fragt den Stadtrat, ob für Aarau Handlungsbedarf bestehe. Er will wissen, wie die Stadt die finanzielle Lage und insbesondere den finanziellen Ausblick der Alpiq einschätzt.

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