Aarau
Soll Aarau der Kreisschule Buchs-Rohr beitreten?

Zwei Varianten stehen bei der neuen Schulorganisation zur Debatte. Entweder bilden Aarau-Rohr und Buchs einen Schulgemeindeverband. Oder Aarau und Buchs regeln die bei gemeinsamen Anliegen die Zusammenarbeit durch einen Gemeindevertrag.

Heidi Hess
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Schulhaus Suhrenmatte in Buchs

Schulhaus Suhrenmatte in Buchs

Marcel Sigrist

Wie sollen die Schulen in Aarau und Rohr künftig organisiert werden? Zwei Varianten stehen derzeit zur Diskussion. Entweder bilden Aarau-Rohr und Buchs einen Schulgemeindeverband mit eigenen Organen, der künftig Kreisschule Aarau-Buchs heissen könnte. Oder aber die Zusammenarbeit der Schulen Aarau und Buchs wird bei gemeinsamen Schüleranliegen durch einen Gemeindevertrag geregelt. Die bisherige Kreisschule Buchs-Rohr würde aufgelöst und die Schulen Aarau um das Einzugsgebiet Rohr erweitert. Die Zuständigkeiten wären, anders als beim Modell Kreisschule, wieder bei den politischen Gemeinden.

Schon kurz nach der Fusion der beiden Gemeinden Aarau und Rohr am 1. Januar 2010 hatte eine Arbeitsgruppe begonnen, verschiedene Varianten zur neuen Schulorganisation auszuarbeiten. Ende März 2011 hatten sich der Stadtrat von Aarau und der Gemeinderat von Buchs für die beiden genannten von sechs möglichen Varianten entschieden.

Öffentliche Mitwirkung erst später

Nun teilt die Arbeitsgruppe «Überprüfung der Schulorganisation, Kreisschule Buchs-Rohr - Schule Aarau» in einem Communiqué mit, dass das öffentliche Mitwirkungsverfahren, das ursprünglich auf Ende 2011 vorgesehen war, erst im neuen Jahr stattfinden kann. Die Arbeitsgruppe begründet die Verschiebung damit, dass dieses Geschäft je nach Variante erhebliche Auswirkungen auf die Schule Aarau und die Kreisschule Buchs-Rohr habe. Der Stadtrat von Aarau und der Gemeinderat von Buchs wollten sich deshalb in einer Sitzung vertieft mit den beiden Varianten auseinandersetzen. «Die interessierte Öffentlichkeit wird», laut Communiqué, «rechtzeitig eingeladen, sich am Mitwirkungsverfahren zu beteiligen.»

Der Aarauer Stadtrat Lukas Pfisterer, zuständig für Bildung, gibt sich offen für beide Varianten. Präferenzen habe er keine, äusserte er sich gegenüber der az Aargauer Zeitung.

Plädoyer für die Kreisschule

Dezidiert für das Modell Kreisschule setzt sich hingegen Ueli Frey, Präsident der Kreisschulpflege Buchs-Rohr, ein. Der vom Volk gewählte Kreisschulrat ist bei diesem Modell das oberste Organ - verantwortlich für Budget und Rechnung. Er wählt die Kreisschulpflege als strategisches Führungsgremium, die Schulleitung sei operativ tätig.

Die Kreisschule Buchs-Rohr, schreibt Frey, funktioniere seit zehn Jahren sehr gut. Seit Bestehen seien die fast gleichen Personen in den Gremien. Die tiefe Fluktuation führe zu Stabilität und garantiere hohe Qualität. Frey ist überzeugt: «Als Zukunftsmodell kann die Kreisschule Buchs-Rohr auch für eine Zusammenarbeit zwischen Buchs und Aarau dienen.» Abschrecken könnten wegen der Grösse der Schule Gefahren der Anonymität. Gemäss Evaluation würden die einzelnen Schulen an der Kreisschule aber immer noch eine gesunde Autonomie geniessen.

Der Kreisschulrat Buchs-Rohr wehrt sich allerdings dagegen, künftig nicht mehr für die Liegenschaften zuständig zu sein. Genau das aber würden die beiden Einwohnergemeinden von Aarau und Buchs beim Modell Kreisschule fordern.