Biberstein
Solarstrom statt Öllampe: Das Haselhaus soll für 1,1 Millionen Franken komplett umgebaut werden

Bisher mussten die die zahlreichen Besucher, die seit Jahren vor allem an Wochenenden zum Haselhaus wandern und dort auch übernachten, ohne Strom und Heizung auskommen. Nun planen Biberstein und der Verein Pfadiheime St. Georg eine Komplettsanierung des Haselhauses.

Jakob Weber
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Das geschichtsträchtige Haselhaus auf dem Homberg oberhalb von Biberstein soll saniert werden, um einen ganzjährigen Lagerbetrieb zu ermöglichen.zvg

Das geschichtsträchtige Haselhaus auf dem Homberg oberhalb von Biberstein soll saniert werden, um einen ganzjährigen Lagerbetrieb zu ermöglichen.zvg

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Es thront auf einer grossen Waldlichtung auf dem Homberg auf knapp 500 Meter über Meer oberhalb von Biberstein. Ganz abgelegen steht es da inmitten idyllischer Natur und blickt in die Weiten des Mittellandes. Erreichbar ist das altehrwürdige Haselhaus nur über einen 2,5 Kilometer langen Wanderweg.

Speziell: Die zahlreichen Besucher, die seit Jahren vor allem an Wochenenden zum Haselhaus wandern und dort auch übernachten, müssen ohne Strom und Heizung auskommen. Stattdessen erleuchten Öllampen bei Dunkelheit das Innere und ein grosses Cheminée sorgt an kalten Tagen für Wärme.

Das Haselhaus

1930 Fritz Baumann gründet einen Verein mit dem Ziel, eine Ausflugshütte zu bauen.

1933 Abschluss der Bauarbeiten und Eröffnung.

Ab 1934 ist das Haus Heimat für österreichische und jüdische Flüchtlinge.

Ab 1945 ist es ein Ferien- und Arbeiterbildungsheim und beliebtes Ausflugsziel.

2013 kauft Biberstein das Haus, das zuletzt in Privatbesitz war.

Seit der Eröffnung 1933 wurde das Gebäude nur einmal renoviert, dazu kam vor 20 Jahren eine Flachdachsanierung. Jetzt plant die Gemeinde Biberstein in Zusammenarbeit mit dem Verein Pfadiheime St. Georg eine Komplettsanierung.

Erst 2013 hatte die Gemeinde das Haus, welches zuletzt in Privatbesitz war, erworben. «Wir wollen sicherstellen, dass dort oben keine Festbeiz oder eine Pferderanch entsteht», sagt Gemeindeschreiber Stephan Kopp. Nun steht der Plan für das neue Haselhaus.

Der Verein Pfadiheime St. Georg will das Haselhaus im Baurecht übernehmen und so umbauen, dass das zukünftige Pfadiheim ganzjährig als Lagerhaus betrieben werden kann. Strom für die Beheizung, Beleuchtung und Wasserversorgung soll mittels Solarenergie generiert werden. Um energieeffizient zu sein, bedarf es auch einer besseren Isolierung.

Nach dem Umbau sollen in den vier grossen Schlafzimmern des Haselhauses 36 Personen Platz finden; momentan gibt es nur zwölf Schlafplätze. Dafür müssen die Zimmer umgestaltet und die Fenster teilweise verschoben werden. Auch muss die Küche für den Lagerbetrieb ausgebaut und das grosse Cheminée verkleinert werden. Der ganze Umbau soll 1,1 Millionen Franken kosten.

Bürokratie verzögert Umbaustart

Bevor allerdings die Bauarbeiten beginnen, muss der Kanton das vorliegende Baugesuch der Gemeinde absegnen. Ist das der Fall, muss der konkrete Baurechtsvertrag noch von der Gemeindeversammlung akzeptiert werden.

Erst dann kann der Verein Pfadiheime St. Georg die geplanten Umbauten vornehmen. «Idealerweise kommt das Thema im Oktober vor die Gemeindeversammlung», sagt Kopp, doch es könnte auch noch länger dauern.