Aarau
Solaranlagen auf Dächern: Aarauer Stadtrat knüpft Vermietung an Bedingungen

Der Aarauer Stadtrat hat nichts gegen die Vermietung von Dachflächen für Solar-Anlagen. Die Stadt will aber nicht draufzahlen. Jedes einzelne Dach werde neu beurteilt werden müssen, sagt Hans-Kaspar Scherrer, der CEO der IBAarau AG.

Hubert Keller
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Der Stadtrat hat nichts dagegen, dass Dächer auf städtischen Liegenschaften für Photovoltaik-Anlagen zur Verfügung gestellt werden. Die Vermietung von Dachflächen will er aber an Bedingungen knüpfen:

Der Stadtrat hat nichts dagegen, dass Dächer auf städtischen Liegenschaften für Photovoltaik-Anlagen zur Verfügung gestellt werden. Die Vermietung von Dachflächen will er aber an Bedingungen knüpfen:

Die Vermietung von Dachflächen will der Stadtrat an Bedingungen knüpfen: Die Nutzung der Liegenschaft soll nicht eingeschränkt werden und die Stadt finanziell nicht drauflegen müssen.

Die Stadt Aarau besitzt rund hundert Liegenschaften auf dem Stadtgebiet. Bereits Anfang 2012 sei deshalb die Möglichkeit von Photovoltaikanlagen auf städtischen Liegenschaften geprüft worden, antwortet der Stadtrat.

Nicht jedes Dach sei dafür geeignet: Erforderlich ist eine Fläche von mindestens 100 Quadratmetern, die Ausrichtung nach Süden und bei Schrägdächern eine Neigung von 25 bis 40 Grad. Sofern die Statik es zulässt, könnten die Abdankungshalle oder der Werkhof in Frage kommen.

«Jedes einzelne Dach wird man neu beurteilen müssen», sagt Hans-Kaspar Scherrer, CEO der IBAarau AG, auf Anfrage. Fläche, Aufbauten, Tragfähigkeit und baulicher Zustand seien wichtige Kriterien, aber auch der Hausanschluss, über den der Strom abgeführt werden soll. «Mit der Dachfläche allein ist es nicht getan.»

Mit Sonnenstrom könne der um die Mittagszeit erhöhte Stromverbrauch abgedeckt werden, sagt Scherrer. Er gib gleichzeitig zu bedenken, dass mit dem vorderhand noch subventionierten Sonnenstrom nicht geförderte ökologische Energie verdrängt wird. «Es macht kaum Sinn, wenn wir wegen des zusätzlich mit Sonne produzierten Strom die Schleusen beim Aarekraftwerk öffnen müssen.»

Die IBAarau investiert jährlich eine Million Franken in Photovoltaikanlagen. Die Anlage auf dem Dach der Busgarage liefert bereits Strom, beim Telli-Schulhaus hat die IBA aus wirtschaftlichen Gründen zuerst gezögert, dann aber dennoch eingelenkt. Ein weiteres Projekt wird beim Stadion im Torfeld Süd realisiert werden.

Nicht für Einzelpersonen

Im Fall von Aarau muss es nicht das Stadtwerk IBA sein, das auf den Dächern Strom produziert. Wie Private zu Stromproduzenten werden können, zeigen genossenschaftlich organisierte Modelle. Beispiele sind Solar Küttigen, Solar Erlinsbach oder «suhrsolar». Mit der Ökostrombörse bieten die AEW Energie AG, die IBAarau und weitere Stadtwerke eine Plattform an, auf der solche Produzenten ihren Öko-Strom mit Herkunftsnachweis anbieten.

Der Stadtrat ist der Meinung, dass die Dächer der städtischen Liegenschaften nicht an Einzelpersonen vermietet werden sollen. Denkbar sind gemäss Stadtrat Modelle, bei denen ein Investor mit Beteiligung von Privatpersonen eine Anlage erstellt und betriebt.

Der Stadtrat stellt sich weiter auf den Standpunkt, dass die Stadt die Dachflächen nicht aktiv zur Nutzung und Vermietung ausschreiben soll. Konkreten Interessenten könne die Stadt aber mögliche Standorte melden. Die Interessenten müssten sich dann selber um die Eignung als Photovoltaikstandort kümmern.

Auf jeden Fall will sich der Stadtrat vertraglich absichern. Mit der Solarstrom-Anlage darf die Nutzung des Gebäudes nicht eingeschränkt werden. Das Dach darf keinen Schaden nehmen. Arbeiten am Dach, Aufstockungen oder Sanierungen müssen ohne finanziellen Nachteil der Stadt weiterhin möglich sein. Das Entgelt für die Dachnutzung soll marktüblichen Konditionen entsprechen. Und nach der Nutzung muss das Dach in einwandfreiem Zustand zurückgelassen werden.