Auf das Grossratsgebäude in Aarau ist in der Nacht auf Samstag ein Farbanschlag verübt worden. Unbekannte sprayten polizeifeindliche Sprüche an die Fassade und verteilten eine übel riechende Flüssigkeit auf dem Gelände. Die Attacke steht im Zusammenhang mit einer Veranstaltung des Vereins «Sicherheit für alle», die am Samstag im Gebäude stattgefunden hat. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Aktivisten, die den Farbanschlag verübt haben, sollen mit den Hausbesetzern von Bern in Verbindung stehen. Kurz nach der Tat tauchte auf einer Website ein Beitrag auf, wonach das Grossratsgebäude in Aarau sabotiert bzw. markiert worden sei, um «die Herren und Damen von Polizei und rechten Parteien entsprechend Willkommen zu heissen» – verfasst am Samstagmorgen um 4.43 Uhr.

Linke Chaoten verwüsten Grossratsgebäude

Linke Chaoten verwüsten Grossratsgebäude

Das Aargauer Grossratsgebäude wurde Opfer eines Farbanschlags. Der Zeitpunkt des Spray-Angriffs war nicht willkürlich gewählt.

«Das ist keine Lappalie»

Die SVP fordert von der Stadt Bern, sie müsse für den Schaden aufkommen und sich beim Kanton Aargau offiziell entschuldigen. Nationalrat Andreas Glarner kündigte gegenüber Tele M1 einen Vorstoss an. Demnach soll der Bund die Zahlung der zentralörtlichen Leistungen von einer Million Franken an die Stadt Bern aussetzen, «bis man die Chaotenszene im Griff hat, bis wir wieder die Demonstrationsfreiheit gewährleistet haben und Ordnung einkehrt».

Der Regierungsrat verurteilt die politisch motivierten Sprayereien aufs Schärfste, wie Regierungssprecher Peter Buri auf Anfrage mitteilt. «Es handelt sich hier um eine kriminelle Sachbeschädigung.» Der Parlamentsdienst, der für das Gebäude zuständig ist, hat Anzeige eingereicht. Wie hoch der Schaden sein wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Fest steht aber schon jetzt: Die Entfernung wird teuer. «Das ist keine Lappalie», sagt Ratssekretärin Rahel Ommerli. «Die Verwüstungen sind sehr ärgerlich und stellen einen Angriff auf einen wichtigen ‹Schauplatz der Demokratie› im Aargau dar.»

2009 kam es bereits zu drei ähnlichen Vandalenakten, allerdings auf der Rückseite des denkmalgeschützten Gebäudes. Auf dem Sandstein habe sich die Farbe nur schwer entfernen lassen, erinnert sich Rahel Ommerli. Die Täter konnten nie ermittelt werden.

Zur Diskussion stand nach den Vorfällen auch die Installation von Kameras. Das Büro des Grossrats habe sich aber stattdessen für temporär verstärkte Patrouillen durch eine Sicherheitsfirma entschieden. Nun sei der Handlungsbedarf erneut zu prüfen, sagt Ommerli. Auch Videoüberwachung könnte eine Option sein. (mbü/az)