An der Aarestrasse werden Parkplätze aufgehoben. Das alleine wäre nichts Besonderes. Bloss befinden sich die Parkplätze dort, wo während der Bauphase für den neuen «Pont Neuf» die Hilfsbrücke am nördlichen Aareufer verankert werden soll. Seit Montag sind dort nun auch Bauarbeiter zugange. Deutet das etwa darauf hin, dass es mit dem «Pont Neuf»-Bau bald losgeht?

Nein, sagt Roberto Scappaticci, Projektleiter Brückenbau beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Das Verschwinden der Parkplätze habe mit dem Brückenprojekt nichts zu tun. Und: So bald wird es nichts mit dem Baustart. Denn man stecke mitten in den Einigungsverhandlungen mit den Einsprechern, die Vorbehalte gegenüber dem Projekt angebracht haben, sagt der Projektleiter.

Hilfsbrücke wird verschoben

Insgesamt sechs Einsprachen gab es gegen den «Pont Neuf». «Mit drei Parteien zeichnet sich eine Einigung ab», sagt Scappaticci. Eines der Zugeständnisse, die der Kanton zugunsten der Einsprecher macht, ist die Verschiebung der geplanten Hilfsbrücke. Die Anwohner der Aarestrasse hatten nämlich keine Freude daran, dass während rund 12 Monaten der gesamte Verkehr auf dem Weg zur Hilfsbrücke quasi direkt an ihren Gärten vorbeirollt.

Dafür hat man beim BVU nun eine Lösung gefunden: «Der nördliche Kopf der Hilfsbrücke wird näher an die bestehende Kettenbrücke herangeführt, sodass die gesamte Hilfsbrücke praktisch parallel zur Kettenbrücke verläuft», erklärt Scappaticci. Damit verliert man zwar Platz zum Bauen, dafür kommt man den Einsprechern von der Aarestrasse ein Stück weit entgegen. Weil die Änderungen an der Hilfsbrücken-Führung bedeutend sind, muss dieser Teil des Neubauprojekts noch einmal öffentlich aufgelegt werden. Dies sei für den August 2016 geplant, sagt Scappaticci.

Während des Brücken-Neubaus fliesst der gesamte Verkehr über die Hilfsbrücke. Weil es Einsprachen gab, wird der nördliche Kopf der Hilfsbrücke nun etwas näher an die alte Brücke verlegt.

Während des Brücken-Neubaus fliesst der gesamte Verkehr über die Hilfsbrücke. Weil es Einsprachen gab, wird der nördliche Kopf der Hilfsbrücke nun etwas näher an die alte Brücke verlegt.

Gleichzeitig warten der Kanton und der Stadtrat auf Post aus Bundesbern. Denn einer der Einsprecher, der in unmittelbarer Nachbarschaft zum «Pont Neuf» wohnende alt Einwohnerrat Markus Meier, hatte ein Gutachten der eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission verlangt, zudem ein Umweltverträglichkeitsgutachten. Bevor die angeforderten Dokumente nicht da sind, können die Verhandlungen nicht weitergehen.

Projektleiter Scappaticci möchte sich nicht dazu äussern, wie lange es bis zum Baustart wohl noch dauern wird. Vor der Projektauflage im vergangenen November hiess es, bis Mitte 2016 würden die Einwendungen behandelt, bis Ende Jahr sollen die notwendigen Landerwerbs-Verhandlungen abgeschlossen sein. Der Baustart war für 2017 vorgesehen.

Und was hat es nun mit den aufgehobenen Parkplätzen und den Bauarbeiten an der Aarestrasse auf sich? Laut Kommunikationsdienst der Stadt Aarau handelt es sich um Massnahmen im Rahmen einer Werkleitungs-Erneuerungen (Wasser/Elektrik) am Troxlerweg. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis September.