Die Kinder und Betreuerinnen der Spielgruppe «Müsli» trauten ihren Augen kaum, als sie vor ein paar Tagen im Rohrer Wald neben den Tennisplätzen ihr geliebtes Waldsofa besuchten: Unbekannte hatten nicht nur die dicken, stützenden Pfähle aus der Umrandung getreten und zum Teil angezündet, sondern auch ein tiefes Loch in die Mitte gegraben. «Uns liegt das Waldsofa sehr am Herzen», sagt Spielgruppenleiterin Susanne De Caria vom Familienclub Aarau Rohr.

«Es in diesem Zustand anzutreffen, hat uns sehr getroffen. Vor allem die Kinder sind sehr traurig darüber und können es nicht verstehen, dass jemand so etwas tun kann.» Seit bald 20 Jahren gibt es die Waldspielgruppe – und ebenso lange werden das Sofa und die dazugehörende Hütte immer wieder kaputtgemacht und von den Mitgliedern des Familienclubs liebevoll wieder aufgebaut.

«Wir sind uns vieles gewohnt; Abfall wegzuräumen und kleinere Schäden auszubessern gehört zur Tagesordnung», sagt Susanne De Caria. Die Öffentlichkeit solle das Waldsofa ja auch nutzen, dagegen sei nichts einzuwenden. «Aber es ist doch nicht zu viel verlangt, wenn man den Ort so verlässt, wie man ihn angetroffen hat, und seinen Abfall mitnimmt und ordnungsgemäss entsorgt.»

«Stundenlanger Krampf»

So schlimm, wie das Waldsofa diesmal zugerichtet wurde, war es noch selten, sagt Susanne De Caria. Insbesondere das Ausheben der Grube müsse ein stundenlanger Krampf gewesen sein. «Der Boden ist steinhart und mit Wurzeln durchzogen, so etwas schaufelt man nicht einfach so aus.» Deshalb glaube auch niemand, dass es ein Tier gewesen sei. «Da kam jemand mit einer Schaufel her und hat das vorsätzlich getan.» Der Familienclub hofft nun, dass jemand die Vandalen beobachtet hat und sich bei ihnen oder direkt bei der Polizei meldet. «Wir bitten alle Spaziergänger, auch künftig Augen und Ohren offen zu halten.»

Das Waldsofa haben Freiwillige aus dem Familienclub letzten Samstag übrigens wieder aufgebaut – auf ausdrücklichen Wunsch der Kinder hin. Und schon habe sie die Meldung bekommen, dass wieder etwas kaputtgemacht wurde, sagt Susanne De Caria. «Das ist einfach nur noch deprimierend.»