Die Vorstellungen, wie die Oberflächenanlagen für ein Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle in Däniken aussehen könnten, konkretisieren sich. Am Donnerstagabend hat die Nagra der Vollversammlung der Regionalkonferenz (RK) Jura-Südfuss in Gränichen die entsprechende Planungsstudie präsentiert.

Die Anlagen an der Oberfläche liegen im Kiesabbaugebiet «Studenweid», das, teilweise rekultiviert, an de Grundwasserstrom der Aare angrenzt. Bauten und Fundamente kämen aber nicht in das Grundwasser zu liegen, wie die Nagra-Vertreter Philip Birkhäuser und Philip Senn erklärten. Auch der einige Kilometer lange Zugangstunnel würde das Grundwasser nicht tangieren.

In der Kiesgrube liessen sich die Gebäude bis zu 15 Meter unter der Geländeoberfläche erschliessen (siehe Visualisierung) und in die Landschaft einbetten.

Philip Senn räumte gegenüber der Regionalkonferenz aber ein, dass dies «nur die halbe Wahrheit» ist.

Während des Baus der Oberflächenanlagen, des Zugangstunnels und der unterirdischen Lager – Dauer bis sechs Jahre – wird rund eine Million Kubikmeter Material ausgebrochen und mit dem Zug oder alternativ mit Förderband wegtransportiert. Pro Woche braucht das bis zwei Züge.

Eine Grossbaustelle wie in Zürich

Senn verglich die Baustelle mit jener für die Durchmesserlinie in Zürich. Der Endlagerungsbetrieb dürfte rund 15 Jahre dauern. Während dieser Zeit würden die Transportbehälter mit den radioaktiven Abfällen nach Däniken transportiert.

Am 27. April hatte die RK Jura-Südfuss ihre Stellungnahme für die Oberflächenstandorte eines SMA- Endlagers abgegeben. Eine Empfehlung war es nicht.

Denn die RK war zum Schluss gekommen, dass keiner der vier Standorte geeignet sei, der Standort in der Kiesgrube Däniken nur der «am wenigsten schlechte». Weil in jedem der sechs potenziellen Standortgebiete für ein SMA-Tiefenlager mindestens ein Oberflächenstandort geprüft wird, ist es für die Region Jura-Südfuss Däniken.

Eine Planungsstudie, wie sie nun für Däniken vorliegt, gibt es auch bereits für den Standort Jura Ost beim Paul-Scherrer-Institut PSI in Villigen.

Nach Wellenberg sind die Arbeiten in diesen beiden Regionen am weitesten fortgeschritten. «Ein Entscheid wird damit nicht präjudiziert», betonten die Nagra-Vertreter. «Im weiteren Verfahren wird eine Region weder bevorzugt noch benachteiligt.»

Gesellschaft und Umwelt

Die Planungsstudien bilden die Grundlage unter anderem für die Untersuchungen zu den standortspezifischen Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt (sozioökonomische und ökologische Wirkungen).

Die Nagra führt ab 2013 für alle sechs Standorte (Jura Ost, Jura-Südfuss, Nördlich Lägern, Südranden, Wellenberg und Zürich Nordost) Sicherheitsanalysen durch.

Es werden Pflichtenhefte für Umweltverträglichkeitsprüfungen erstellt.

Anschliessend werden mindestens zwei geologische Standortgebiete pro Abfallkategorie (schwach und mittelaktive sowie hoch radioaktive Abfälle) inklusive der Oberflächenstandorte bezeichnet.

Das Bundesamt für Energie lädt die Bevölkerung in der Standortregion Jura-Südfuss ein, sich an einer öffentlichen Informationsveranstaltung über die Oberflächenareale und das weitere Vorgehen bei der Standortsuche zu informieren: 7. November, Erlimatt-Halle Däniken, 17.30 bis 21.30 Uhr.