Einen Monsterkürbis hat er da gezogen: Stolz posiert Antonio Cono mit dem Prachtstück seines Gemüseparadieses. Der 68-Jährige ist ein erfahrener Gärtner: Seit über dreissig Jahren hegt und pflegt er seinen Schrebergarten in der Telli. Peperoni, Zucchetti und Bohnen wachsen, dass es eine Freude ist.

Miserable Tomaten

Der Spanier zeigt seine «pimientos de padròn». Die Mini-Parikas, welche in seiner Heimat gerne frittiert als Tapas genossen werden, haben es ihm besonders angetan: «Manche sind pikant, andere nicht. Von aussen ist kein Unterschied erkennbar, deshalb ist ihr Verzehr immer eine Überraschung.»

Es sei ein schöner Sommer gewesen, meint Cono. «Aber die Tomaten sind nur so lala gekommen.» Der Spanier zeigt seine «tomatos morunos», die Ochsenherztomaten, welche noch ganz grün sind. «In Spanien werden sie 800 bis 1000 Gramm schwer», sagt er. «Hier ist das Klima nicht ideal.»

Bei schönem Wetter verbringt Cono zwei bis drei Stunden täglich im Schrebergarten. Er erledige alle Arbeiten gerne, sagt der pensionierte Elektroingenieur. Reparieren, Setzen, Giessen, Jäten – das sind die Kernaufgaben. An lauen Sommerabenden führt er sich auch gerne ein gutes Buch zu Gemüte.

Einen Katzensprung entfernt begutachtet Silvano Boldrini seine Traubenstöcke. Was der Italiener sieht, gefällt ihm mässig: «Nur an den geschützten Orten konnten die Trauben gedeihen. Die meisten sind nicht gut gekommen.» Auch die Tomaten seien miserabel gewachsen, viele Salatköpfe habe er wegen Fäulnis wegwerfen müssen.

Boldrini denkt auch an seine Heimat: «In Italien gibt es kaum Zwetschgen dieses Jahr.» Er schüttelt seufzend den Kopf. Einige positive Aspekte kann Boldrini dem Sommer dennoch abgewinnen: «Die Gurken und Zucchetti sind sehr gut gekommen. Und zum Grillieren war der Sommer traumhaft schön.»

Wehrli experimentiert mit Ingwer

Mit zwei Aren Land hat der 65-jährige Peter Wehrli wohl eine der grössten Flächen im Schrebergarten. Eine ganze Are ist bepflanzt. Mit allem Möglichen: Blumen, Kräuter, jegliches Gemüse und Obstbäume. Seit neun Jahren kümmert er sich um den Garten. Seit seiner Pensionierung verbringt der ehemalige Grossbaustellen-Polier hier täglich zwischen fünf und sechs Stunden.

Besonders stolz ist er auf den Zitronenbaum im Topf. Dank den heissen Temperaturen und dem grünen Daumen von Wehrli wachsen an den dünnen Ästen kleine grüne Früchte. Er nimmt die grösste Frucht – etwa so klein wie eine Pflaume – stolz in die Hand. «Die hier ist ganz schön.» Während des Tages schiebt er den Topf je nach Sonnenschein einige Meter nach vorne. So bekommt das Bäumchen immer die nötige Wärme ab.

Gleich neben dem Beet mit dem reifenden Kohl, Broccoli und Chabis präsentiert er zufrieden einen seiner Versuche – «Ich probiere immer alles aus; es kommt, was kommt»: eine kleine Ingwerpflanze. Auch vor dem Beet mit den fast erntereifen grünen Bohnen strahlt er.

Gerade noch rechtzeitig habe er sie diese Saison gepflanzt, so konnten sie noch vom heissen Wetter profitieren. Eine Woche später, und sie wären jetzt nicht mal halb so gross geworden.