Schneesport

Skilager-Plätze sind heiss begehrt

Die Aarauer Schulen fahren mit insgesamt sieben Lagern in die Berge. Bild: Archiv/Katja Schlegel

Die Aarauer Schulen fahren mit insgesamt sieben Lagern in die Berge. Bild: Archiv/Katja Schlegel

Schweizweit ist das Interesse an Schneesportlagern gesunken, immer weniger Schülerinnen und Schüler fahren in die Berge. Nicht so in Aarau, in Lenzburg und im mittleren Wynental.

Neben seinen Schulgspänli aufwachen, in die Skischuhe schlüpfen, den Tag auf den Pisten verbringen und abends erschöpft, aber glücklich in den Schlaf fallen. Diese Woche ist es wieder so weit: Die Sportferien sind da, die Aargauer Schüler sind in den Schneesportlagern. Doch wie viele fahren denn überhaupt noch in die Berge? Der Trend ist schweizweit seit längerem rückläufig. Eine Umfrage bei grösseren und kleineren Schulen hat gezeigt, dass das für die Region nicht zutrifft. Die Schneesportlager finden Anklang.

«Der Zuspruch ist sehr gross», sagt Remi Bürgi, Gesamtschulleiter der Schulen Aarau. Die Teilnehmerzahl sei konstant. 2014 haben 357 Schüler die Schneesportlager der Schulen Aarau besucht, in diesem Jahr, sagt Remi Bürgi, seien es ebenfalls zwischen 350 und 360. Die Mittel- und Oberstufenschüler sind in sieben Lagern ins Diemtigtal, nach Elm, Frutigen, Grächen, Mürren, S-Chanf und in die Lenzerheide gereist. Man sei in der glücklichen Lage, sagt der Gesamtschulleiter, dass die Stadt Aarau die Schneesportlager sowohl finanziell als auch ideell unterstütze. «Man will, dass die Skilager stattfinden», so Remi Bürgi.

Mehr Anmeldungen als Plätze

Auch bei der Regionalschule Lenzburg sind die Skilager-Plätze begehrt. Man habe, sagt Bezirksschulleiter Emil Klaus, eher mehr Anmeldungen gehabt, als in den Vorjahren. Einigen wenigen Schülern musste aus Platzmangel eine Absage erteilt werden. Stattdessen nehmen sie an der Projektwoche teil, die zeitgleich mit den Lagern durchgeführt wird. Als ein Grund, warum gesamtschweizerisch die Teilnehmerzahlen rückläufig sein könnten, nennt Emil Klaus die Kosten. Nicht alle Familien könnten sich ein Schneesportlager leisten. Die Regionalschule Lenzburg organisiert vier Lager: Zwei auf der Mittel- und zwei auf der Oberstufe.

Von der Kreisschule mittleres Wynental sind es 75 Schülerinnen und Schüler, die am Lager in Leukerbad teilnehmen. Das sei rund ein Drittel der ganzen Schule, sagt Christian Wittensöldner. Der Turn-, Sport- und Langlauflehrer leitet das Lager bereits zum siebten Mal. Die Zahl der Teilnehmer, so Wittensöldner, sei konstant. Eine Veränderung hat er bei den Sportgeräten festgestellt: Waren Ski- und Snowboardfahrer früher gleichermassen vertreten gewesen, sind in diesem Jahr die Snowboardfahrer in der Mehrheit.

Lehrerin Katharina Woodtli ist mit 48 Fünft- und Sechstklässlern aus Unterkulm, Oberkulm und Teufental im Diemtigtal. Die Teilnehmerzahl sei am oberen Limit, sagt Katharina Woodtli. «Die Viertklässler freuen sich jetzt schon, dass sie im nächsten Jahr mitfahren dürfen», so die Unterkulmerin.

Anzahl Klassen reduziert

Mit einem Lager von rund 30 Schüler ist die Kreisschule Oberstufe Oberes Suhrental (Koos) im Schneesportlager in Fiesch. Vor einigen Jahren, sagt Maja Harlacher von der Schulverwaltung, seien es zwei Lager mit rund 60 Teilnehmern gewesen. Dass man nur noch ein Schneesportlager organisiert, habe aber auch damit zu tun, dass die Oberstufe um drei Klassen reduziert worden sei. Hinzu komme, dass in diesem Jahr die Projektwoche nicht stattfinde: In den anderen Jahren hätten die Schüler die Wahl gehabt zwischen einer Teilnahme an einem Skilager oder verschiedenen Projektwochenangeboten im Herbst oder Frühling. Wie Bezirksschulleiter Emil Klaus vermutet auch Maja Harlacher, dass für einige Familien eine Teilnahme an einem Schneesportlager zu teuer ist.

Vor dem Hintergrund, dass die Anzahl der Lager schweizweit sinken und angesichts der reichen Schneesporttradition hat der Bundesrat im Oktober 2014 die Verordnung «Förderung von Sport und Bewegung» angepasst. Damit besteht nun ein rechtlicher Rahmen, die Jugend+Sport-Schneesportlager der Schulen entsprechend zu subventionieren: Der Maximalbeitrag pro Teilnehmer wird von 8 auf 16 Franken erhöht.

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