63 Prozent betrug die Stimmbeteiligung im Oktober 2007, als die Aarauer Stimmbürger erstmals zum Stadion im Torfeld Stellung nehmen konnten. Es ging damals um den Planungskredit von 1,7 Millionen Franken. Der Souverän hat später (2008 und 2010) noch zweimal Ja gesagt zum Torfeld Süd (bei tieferen Stimmbeteiligungen). Der nächste Urnengang dürfte am 14. November stattfinden. Dann geht es um die «Teiländerung Nutzungsplanung Torfeld Süd, Stadion 2017» (die Voraussetzung für den Bau der vier Hochhäuser) und um die 17 Millionen Franken, die die Einwohnergemeinde Aarau ans Stadion beisteuern soll. Die Aussichten für eine sehr hohe Stimmbeteiligung im November sind gut: Einerseits polarisiert das Thema Stadion in Aarau, andererseits dürften dann die zweiten Wahlgänge für die Regierungsrats- und Ständeratswahl stattfinden.

650 bis 700 Parkplätze möchte die Stadt Aarau der HRS zugestehen (davon 100 für das eigentliche Stadion). Die HRS möchte aber 730 bis 780 Parkplätze und hat darum Anfang Juli gegen den Gestaltungsplan eine Einwendung gemacht. Insgesamt gab es drei Einsprachen (davon eine mit 157 Unterschriften).

2, die sich verstehen: Martin Kull ist CEO, Rebecca Zuber ist COO der HRS Real Estate AG. Ihnen gehört das Unternehmen (seit 2010 sind sie alleinige Inhaber) – und sie sind auch privat ein Paar. Der HTL-Bauingenieur Kull trat 1989 in die damalige Firma HRS Hauser Rutishauser Suter AG ein. Die HRS bezeichnet sich heute als «grösstes inhabergeführtes Total- und Generalunternehmen der Schweiz». Die Firma hat 15 Standorte in der Schweiz und Liechtenstein. Hauptsitz ist in Frauenfeld. Verwaltungsratspräsident ist der Thurgauer SVP-Ständerat Roland Eberle. Der 54-jährige Kull war schon beim MittellandPark dabei.

Drohnenflug über das Areal Torfeld Süd in Aarau (16.8.2019)

Drohnenflug über das Areal Torfeld Süd in Aarau, August 2019

1993 wurde der FCA letztmals Schweizer Meister. Trainer war Rolf Fringer. Er machte ein Jahr nach dem Beinahe-Abstieg aus dem FC Aarau den «FC Wunder». 1985 gewann der FCA mit Trainer Ottmar Hitzfeld den Schweizer Cup.

450 Millionen Franken will die HRS im Torfeld Süd investieren. 60 Millionen Franken kostet das Stadion. Davon sollen 29 Millionen Franken aus der Querfinanzierung kommen (Rest von Stadt, Ortsbürgern, Swisslos-Fonds und «meinstadion.ch»). Die vier Wohntürme werden 58 bis 75 Meter hoch. Sie bieten Platz für 1000 bis 1200 Einwohner.

13'300 Zuschauer besuchten im Herbst 1987 den Match gegen Servette (1:0-Sieg für Aarau) – Allzeit-Rekord im Brügglifeld. Heute werden maximal noch gut 8000 Personen eingelassen. Beim Spiel gegen GC am 2. August waren es 7560. Das Stadion Torfeld Süd hätte 10'000 Sitzplätze.

18 Einsprachen gingen im Sommer 2009 ein, als das Baugesuch für das Stadion mit Einkaufszentrum («Plan A») öffentlich auflag. Es dauerte dann fast sieben Jahre, bis am 18. Mai 2016 eine rechtsgültige Baubewilligung vorlag.

Torfeld Süd

Torfeld Süd

20 Kartons umfasste das Baugesuch, dass die HRS Real Estate am 30. August letzten Jahres für das Stadion und die darunterliegende Tiefgarage einreichte. Die öffentliche Auflage dürfte 2020 stattfinden – falls das Volk am 24. November zweimal Ja sagt.

2,5 Millionen Franken Jahresumsatz wird die Betriebs AG machen, wenn der FCA in der Super League spielt. Sie wird voraussichtlich über ein Dutzend Angestellte haben. Damit die Stadion AG überleben kann, muss ihr die Betriebs AG jährlich einen Pachtzins von etwa 650'000 Franken überweisen.

7 Mitglieder hat der Verwaltungsrat der FC Aarau AG: Alfred Schmid (im 13. Jahr Präsident), Philipp Bonorand (designierter neuer Präsident), Roger Geissberger, Karl Oldani, Kurt Sandmeier Rudolf Vogt und und Peter Zubler. Das Aktienkapital ist sehr breit gestreut. Es gibt keinen bestimmenden Einzelaktionär. Der FCA hat insgesamt 55 Angestellte (viele Teilzeit).

Die unendliche Geschichte des Aarauer Stadions