Was spricht dagegen, dass die Stadt der HRS das Land im Torfeld abkauft und selber ein einfaches Fussball-Stadion baut?

Ein Alleingang würde massiv mehr kosten. Das ist weder tragbar noch sinnvoll. Aarau ist kein Fussballclub, dessen einziger Zweck der Betrieb eines Stadions ist. Wir müssen alle Sportarten fördern, nicht nur den Fussball. Ich gebe dem aktuellen Plan B eine Chance, frage mich aber, ob wir uns nicht eingestehen sollten, dass das Projekt gescheitert ist.

Wären Sie bereit, für die Realisierung des Zukunftsraums in Aarau eine Steuererhöhung in Kauf zu nehmen?

Eine Fusion muss beiden Parteien nützen, sonst macht sie wenig Sinn. Wenn eine Fusion zu Steuererhöhungen führt, scheint mir der Nutzen fraglich. Ich stehe dem Zukunftsraum offen gegenüber, lehne aber eine Fusion um der Fusion willen ab.

Bedauern Sie es, dass Ende September die Infanterie die Stadt verlässt und so die meisten Rekruten aus Aarau verschwinden?

Ja. Aarau dient dem Militär schon seit fast 170 Jahren. Das Militär gehört zu Aarau. Die Art und Weise, wie die linke Ratsmehrheit das Militär aus der Stadt verjagt, ist befremdlich. Die Schweiz hat eine Milizarmee und jedes Gemeinwesen muss seinen Beitrag zur Landesverteidigung leisten.

Wenn Sie einfach so könnten: Wo würden Sie im städtischen Haushalt eine Million Franken sparen?

Aarau hat einen jährlichen Aufwand von rund 110 Millionen Franken. Wird über alle Produktgruppen hinweg ein Prozent eingespart – was keine Hexerei ist –, so sparen wir jährlich 1,1 Millionen oder zwei Steuerprozent. Sparmöglichkeiten gäbe es auch bei den Investitionen. Wir investieren in den nächsten fünf Jahren 105 Millionen, was zu einem massiven Anstieg der Schulden führt. Wir müssen wieder lernen, Wünschbares von Notwendigem zu unterscheiden.

Was nervt Sie in der Stadt am meisten?

Mir gefällt Aarau, wie es ist. Auf der politischen Ebene nervt mich die mangelnde Einsicht für die angeschlagenen Finanzen. Wir leben über unseren Verhältnissen und verdrängen, dass die kommenden Generationen das ganze ausbaden müssen.

Wären Sie traurig, wenn Sie nicht gewählt würden?

Natürlich würde ich es bedauern. Andererseits habe ich als Leitender Staatsanwalt einen spannenden Job und ich bin im Einwohnerrat sehr aktiv. Sollte ich nicht gewählt werden, hätte ich wieder mehr Zeit für meine Frau und meine drei kleinen Kinder.