Wer beim Preisjassen ein Schinkli gewinnt, weiss in der Regel, was damit anzufangen ist. Wenn der Siegerpreis 13 Tonnen wiegt, wirds schon schwieriger. Genau das ist der Stadt Aarau passiert. 2016 tourte ein orange-roter Minergie-Container im Rahmen einer Roadshow der sogenannten Energy Challenge durch neun Schweizer Städte. Mithilfe der Box, die eine Grundfläche von 10 auf 3,4 m2 aufweist und mit Solarpanels, Küche, Dusche, Strom, Wasser- und Abwasseranschlüssen ausgestattet ist, wollte das Bundesamt für Energie damals die Bevölkerung zum Energiesparen anhalten. Das offenbar besonders umweltbewusste Aarau gewann den damit verbundenen Wettbewerb – und damit auch die Wohnbox.

Was anfangen mit dem Geschenk, das 300'000 Franken wert ist? Dem Vernehmen nach gab es diverse Ideen. Schliesslich entschied der Stadtrat, dass die unhandliche und zwischenzeitlich bei ihrer Erbauerin, der Erne Holzbau AG, Laufenburg, eingelagerte Trophäe auf dem Wenk-Areal aufgestellt wird, als Dépendance des dortigen Jugendtreffs.

Gestern ist die Box nun am Zielort gelandet – von einem Kran abgesetzt auf acht kreisrunden, 80 cm Durchmesser aufweisenden Betonplatten. Anschliessend konnten Sarah Kaiser und Christoph Rohrer von der Jugendarbeit Aarau aus den Händen von Stadträtin Angelica Cavegn Leitner die Schlüssel in Empfang nehmen.

Genaue Vorstellungen zur Nutzung der nach Minergie-Standard gebauten Box hat das Wenk-Leitungsteam noch nicht. Der Aufenthaltsbereich kann den Jugendlichen aber sicher als Raum für kreative Tätigkeiten dienen. «Oder, wenns drüben im Wenk zu laut wird», so Christoph Rohrer vom Leitungsteam, «als Ort, an den wir uns zurückziehen können.»

Ein klitzekleines Manko weist die Wohnbox auf: Über ein WC verfügt sie nicht. Aber drüben im Wenk gibt es ja eins. Die Dusche hätte auf der Wunschliste nicht zuoberst gestanden. Sollte sie dennoch gebraucht werden, ist die grosse längsseitige Fensterfront kein Problem: Einen Duschvorhang gibt es.