Region Aarau

Sie wollen am Sonntag gewählt werden – das beschäftigt die regionalen Gemeinden am Sonntag

Zwei wichtige Sachabstimmungen und zahlreiche Kommunalwahlen beschäftigen die Gemeinden am kommenden Wochenende. Mit viel Spannung blickt die Region nach Suhr – wegen der Abstimmung zum Zukunftsraum. Eine Übersicht.

Der Sonntag wird streng für die Wahlbüros: Neben eidgenössischen und kantonalen Abstimmungen stehen in vielen Gemeinden kommunale Geschäfte und Wahlen an.

Am gespanntesten schaut mal wohl nach Suhr, wo die Stimmbürger über den Verbleib im Fusionsprojekt Zukunftsraum Aarau entscheiden. Bei einem Ja gäbe es im nächsten Sommer nochmals eine Abstimmung. Ein Nein wäre definitiv. Und im Gegensatz zum Ausstieg Densbürens, der für Zukunftsraum-Fans zwar bedauerlich ist, letztlich aber auf das Gesamtprojekt keinen enormen Einfluss hätte, wäre ein Nein aus Suhr von grosser Bedeutung. Dann wüssten zum Beispiel die Unterentfelder an ihrer Urnenabstimmung am 18. August, dass der zweitgrösste Fusionspartner nicht mehr dabei ist. Und in Oberentfelden, wo derzeit die Unterschriftensammlung für ein Referendum läuft, könnte ein Ausstieg Suhrs ebenfalls den einen oder anderen Stimmbürger dazu bewegen, seine Unterschrift zu geben – schlicht, weil die Ausgangslage dann anders ist als beim Ja der Oberentfelder Gmeind am 2. September.

Auf die Unterschriftensammlung in Aarau wird das Suhrer Ergebnis indes wohl kaum Einfluss haben; da läuft die Referendumsfrist am nächsten Montag schon ab. Wie weit ist die Unterschriftensammlung? «Es braucht einen Effort bis zum Schluss», sagt Susanne Heuberger vom Referendumskomitee, «wer noch einen Unterschriftenbogen zu Hause hat, soll ihn unbedingt abschicken».

In Lenzburg wird über die Sanierung und Aufwertung der Bahnhofstrasse entschieden. Der Einwohnerrat hat mit 18 zu 17 knapp Ja gesagt zum Kredit über 2,2 Millionen Franken, den Entscheid aber dem Behördenreferendum unterstellt.

14 Laienrichter werden an zwei Bezirksgerichten neu gewählt

Am Bezirksgericht Aarau müssen die acht Laienrichtersitze neu vergeben werden. Sieben Bisherige treten wieder an: Susan Dober Spielmann (54, CVP, Aarau), Hans Hartmann (55, SVP, Gränichen), Renato Mazzocco (62, SP, Aarau), Marcel Suter (63, SVP, Oberentfelden), Giorgio Meier (62, FDP, Aarau), Urs Bolliger Neukom (56, FDP, Aarau) und Sandro Stamm (50, GLP, Hirschthal). Sie werden herausgefordert von drei Frauen: Die Grünen wollen mit Caroline Bürgi-Boiteux (43, Aarau) einen ersten Sitz erobern, die SP peilt mit Pia Wildberger (51, Küttigen) einen zweiten an. Für die FDP bewirbt sich Martina Suter (56, Aarau).

In Lenzburg treten die vier bisherigen Bezirksrichter Marianne Bitterli (SVP, Seon), Regula Kyburz-Bucher (EVP, Lenzburg), René Müller (SVP, Rupperswil) und Katharina Eichenberger Bryner (SP, Möriken-Wildegg) wieder an. Neu kandidieren Tim Güttinger (GLP, Lenzburg), Elisabeth Tribaldos (CVP, Lenzburg) und Christoph Nyfeler (FDP, Lenzburg).

Zahlreiche Gemeinderäte und ein Kreisschulrat sind zu ersetzen

In Teufenthal bewerben sich zwei Kandidaten um einen Gemeinderatssitz: Matthias Anderau (37) und André Vogt, beide parteilos. Für die Nachfolge des Brunegger Gemeinderats Jörg Vogelsang bewirbt sich Thomas Brügger (46). In Dürrenäsch muss Gemeinderat Theo Hochstrasser ersetzt werden. Es kandidiert nur einer: Thomas Sauder (43, FDP). In Schmiedrued, wo sich kein offizieller Kandidat für die Nachfolge von Gemeinderat Walter Brunner angemeldet hat, tut sich nun doch noch ein Türchen auf: David Habegger (37), seit Anfang Jahr Mitglied der Finanzkommission, stellt sich spontan als Gemeinderat zur Verfügung und hat Flugblätter verteilt. Er wohnt seit März 2018 im Dorf. Weniger Glück hat Leimbach: Niemand will Nachfolger von Gemeindeammann Janine Murer werden. Hier gilt wie überall: Im ersten Wahlgang kann jeder Stimmbürger gewählt werden, nicht nur offiziell Kandidierende.

In Oberkulm hat sich Michael Wächter (27, FDP) als einziger um die Nachfolge seiner Parteikollegin Verena Brändli im Gemeinderat beworben. Die Moosleerber wählen einen neuen Ammann (Kandidat: Francisco Baños, 40) und ein neues Gemeinderatsmitglied (Kandidatin: Jeannine Graber). Ebenfalls keine Kampfwahl gibt es in Seengen: Susanne Rölli (49) will Nachfolgerin der zurücktretenden Gemeinderätin Regula Hechler werden. Beide sind in der FDP.

In Densbüren will der bisherige Vizeammann Robert Wernli den abtretenden Roger Meyer als Ammann beerben. Als neuer Gemeinderat kandidiert Samuel Hänni (38). Und auch Auenstein muss wählen: Als offizieller Kandidat für die Nachfolge von Gemeinderätin Edith Lisibach hat sich Rolf Wolfensberger (55) angemeldet.

Ein neues Mitglied braucht nach dem Rücktritt von Christoph Huckele auch der Kreisschulrat Entfelden. Einziger Kandidat ist Giovanni Fidelio (45, SP) aus Oberentfelden.

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