Sie wehren sich gegen den Postabbau im Telli

Aarau Der Telli-Quartierverein mobilisiert gegen den Postabbau: Am 2. Juni startete er eine Unterschriftenaktion

Maren Susan Meyer
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Die Mitglieder des Telli-Quartiervereins sammeln Unterschriften gegen den Postabbau. MAREN SUSAN Meyer

Die Mitglieder des Telli-Quartiervereins sammeln Unterschriften gegen den Postabbau. MAREN SUSAN Meyer

«Es ist eine Schweinerei», sagt Magda Toth. «Die Post spart am falschen Platz.» Sie und ihr Mann Tibor leben seit 27 Jahren im Telliquartier, sind auf die Filiale angewiesen. Mit 800 anderen haben sie die Petition gegen den geplanten Postabbau unterschrieben.

«Finger weg von unserer Post»

Am 2. Juni hat der Quartierverein mobilisiert und will unter dem Slogan «Finger weg von unserer Post», bis Ende Juni an die 1000 Unterschriften sammeln und sie dem Stadtrat übergeben. Der Grund: Mit dem geplanten Umzug der Postfiliale gehen auch Änderungen und Einsparungen einher. Zwar sollen Pakete und Einschreiben direkt nach Hause geliefert werden, gleichzeitig fallen aber private Postfächer und Bargeldeinzahlungen weg. Denn die Post will künftig auf das Panzerglas bei Schaltern verzichten. Wer in der Folge Geld einzahlen möchte, muss das mit einer Master- oder Postkarte machen. Lediglich Barauszahlungen bis 300 Franken werden auch weiterhin möglich sein.

Quartierspräsident Sämi Eichenlaub sieht gerade darin ein Problem. Im Telliquartier wohnen nämlich vor allem ältere Menschen, die keine Masterkarte besitzen und deshalb in Zukunft für Bareinzahlungen zur Post in die Stadt fahren müssten. «Viele alte Leute haben einen Rollator und können sich schlecht fortbewegen. In meinen Augen ist das nicht zumutbar», sagt er. In den Hochhäusern des Telliquartiers leben über 5000 Menschen, davon auch viele Ausländer. «Wir werden behandelt wie Bürger zweiter Klasse», sagt Quartierspräsident Eichenlaub. «Das passt uns nicht.»

Weniger Bargeld, weniger Umsatz

Das sehen viele Tellianer ähnlich. Sie fühlen sich durch den Abbau in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Auch Elisabeth Krähenbühl macht sich Sorgen: «Ich kann nicht mehr in die Stadt.» Die 94-Jährige ist auf die Bargeldeinzahlungen angewiesen. Anders Silvie Theus. Die junge Mutter hat E-Banking und kann deshalb ihr Geld von zu Hause aus überweisen. Unterschrieben hat sie dennoch: «Der Postabbau trifft vor allem die, die darauf angewiesen sind. Unser Quartier braucht eine voll funktionsfähige Post.»

Längerfristig könnte es für die Filiale schlecht aussehen, denn weniger Bareinzahlungen bedeuten auch weniger Umsatz.