Schmuck- und Uhrengeschäft

Sie waren lang im Tivoli und wechselten dann nach Aarau — jetzt nehmen sie Abschied

Christian und Lisa Bolliger (r.) mit den Mitarbeiterinnen Conny Kronenberg (war schon im «Tivoli» dabei) und Rahel Stillhard (l.) vor dem Geschäft an der Rathausgasse in Aarau.

Christian und Lisa Bolliger (r.) mit den Mitarbeiterinnen Conny Kronenberg (war schon im «Tivoli» dabei) und Rahel Stillhard (l.) vor dem Geschäft an der Rathausgasse in Aarau.

Die Bolligers schliessen ihr Schmuck- und Uhrengeschäft in der Altstadt. Ein Nachfolger hat sich bislang nicht gefunden. Der Vertrieb des «Aarau-Rings» sei jedoch gesichert.

Christian und Lisa Bolliger sind beide Ur-Aarauer. Er gelernter Uhrmacher mit Handelsdiplom, sie Schmuck-Fachfrau. Sie haben in den letzten Jahrzehnten exemplarisch miterlebt, wie sich ihr Business und der Stellenwert von klassischen Bijouterie-Produkten in der Gesellschaft verändert hat.

12 Jahre lang betrieben sie ein eigenes Geschäft im «Tivoli» Spreitenbach – so lange, bis die grosse Blütezeit der Einkaufszentren vorbei war. Im Frühling 2003 wechselten sie an die Rathausgasse in ihrer Heimatstadt. Noch bis Ende März sind sie da, dann ist Schluss, der Mietvertrag läuft aus. Christian Bolliger ist mit 67 in einem Alter, in dem andere schon längst pensioniert sind.

«Wir sind stetig gewachsen»

Die Zeit des Abschied nehmens ist mit Wehmut verbunden. Es gibt aber auch gute Momente: So sagt Christian Bolliger über die Phase des eben begonnenen Totalausverkaufs: «Es ist schön, zu erleben, wie die Leute es bedauern, dass wir aufhören.»

Sie hätten relativ viele Kunden aus Zürich oder anderen Städten gehabt. «Diese sagten, sie fänden bei uns, was es sonst nicht gebe», so Lisa Bolliger. Bei den Uhren nicht die ganz grossen Marken, sondern Nischenprodukte. Dazu ein aussergewöhnliches Sortiment im Schmuckbereich – verbunden mit einer kompetenten Bedienung.

Den «Aarau-Ring» erfunden

«Am liebsten hätten wir einen Nachfolger aus der Uhrenbranche gehabt», erklärt Christian Bolliger. Man habe ein Jahr lang gesucht, aber niemanden gefunden. Unter den Bolligers lief das Geschäft gut. «Wir sind stetig gewachsen, zuletzt einfach nicht mehr so schnell.

Bolliger ist als Sohn des «Gönhard»-Schulhausabwarts aufgewachsen und hat in Solothurn die vierjährige Uhrmacherschule besucht. Er hatte seine erste Stelle an der Zürcher Bahnhofstrasse – bei Rolex. Bolliger ist längst nicht mehr als Uhrmacher tätig, sondern oft «auf der Reise» – etwa um den «Aarau-Ring» zu vertreiben, ein Produkt aus 925er Sterlingsilber und Hightec Ceramic. Eine Kreation der Bolligers, die es nicht nur für Aarau, sondern für 45 Städte gibt. Das Produkt erfreue sich grosser Beliebtheit und der Absatz sei besonders in Touristenorten wie Luzern und Zermatt über die Zeit gross, erklärt Bolliger.

Um den Vertrieb des Ringes will er sich weiterhin kümmern. Also auch nach der Schliessung von «Bolliger Uhren & Schmuck». Und «auf die Reise» wird er auch sonst gehen. Schliesslich hat er seit 40 Jahren eine Harley. «Ich bin Genussfahrer», so Bolliger. Und Hundefreundin Lisa Bolliger hat dann mehr Zeit für ihren «Larry». Der Dackel hat es sogar auf die Homepage des Geschäfts geschafft – zum Altstadtbild gehörte er in den letzten Jahren ohnehin.

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