Gränichen
Sie richtet sich so ein, dass sie gar nicht in die Ferien will

Andrea Suter hat in Gränichen ein Atelier für Dekorationen eröffnet. Ihr Talent – sie ist Floristin, Dekorateurin und Malerin – trug ihr sogar eine Einladung des Königs von Jordanien ein.

Sabine Kuster
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Andrea Suter in ihrem Verkaufsladen, der gleichzeitig auch ihr Atelier ist.

Andrea Suter in ihrem Verkaufsladen, der gleichzeitig auch ihr Atelier ist.

Sabine Kuster

Das Sofa ist weich und bequem, die Aussicht erquickend: ein Huhn aus Draht, grosse, gemalte Bilder, Gestecke, Möbel-Accessoires und über all dem thront ein riesiger Blumenstrauss. Das ist das Atelier von Andrea Suter, die alles in einem ist: Floristin, Dekorateurin, Malerin. «Ich kann nicht nur etwas machen», sagt sie. Also hat sie einen gemischten Laden eröffnet, der aber ein Ziel hat: die Wohnung und den Garten zu verschönern. «Viele müssen in die Ferien», sagt sie, «bei mir ist es zu Hause am schönsten, das ist meine Insel.»

Deshalb kam es für sie auch nicht infrage, dass sie nach Jordanien geht: Sie arbeitete früher für das Hotel Bellevue in Gstaad und war da 2004 gerade mit einem Blumenstrauss beschäftigt, als ein kleiner Mann sie ansprach: «It looks great! What ist your job?» Solche Dekorationen seien ihr Job, antwortete sie, noch nicht wissend, dass da der König von Jordanien mit ihr sprach. Er lud sie darauf zu sich nach Hause ein, doch sie sagte ab. Schliesslich habe sie noch drei Kinder hier, auch wenn die fast erwachsen seien.

Andrea Suter ist in der Region verwurzelt. Sie wuchs in Suhr auf und wohnt heute in Unterkulm. Vor 20 Jahren hatte sie im selben Haus an der Mitteldorfstrasse schräg vis-à-vis des «Löwen» bereits einen Blumenladen. In der Zwischenzeit war «Blatt&Blüte» dort eingemietet, jetzt ist das Geschäft an die Bahnhofstrasse gezügelt – und Andrea Suter ist zurück. Sie muss nicht mehr zu Hause die Stube auf den Kopf stellen, um Platz für ihre Arbeit zu schaffen.

«Kunstsinn» hat sie ihr Lokal getauft und Ende Juni eröffnet. Donnerstags und freitags ist es jeweils am Nachmittag bis 22 Uhr respektive 19 Uhr geöffnet. Daneben arbeitet sie für das Möbelhaus Pfister, wo sie die Abteilung «Grüne Kunst» betreibt und arbeitet mit dem Gartenbaugeschäft Wyder zusammen. Im «Bären» in Suhr macht sie die Dekoration und hängt auch ihre Bilder auf. Ihre Kundschaft kommt aus der ganzen Schweiz.

Vater malte bei Giacometti

Ihr Talent hat Andrea Suter wohl von ihrem Vater geerbt, der im Atelier von Alberto Giacometti in Paris gemalt hat. Sie hat sich das Handwerk selber beigebracht und geht ihren eigenen Weg. «Mir gefällt das Einfache», sagt sie, «und wenn Kunst Sinn macht.»

Aber auch das Üppige. Davon zeugt der riesige Blumenstrauss. Die Blumen darin sind einheimische: Hortensien, Flieder, Margeriten, Hibiskus, Rosen, Hagebutte – aber keine echten. Sie sind aus Silikon gemacht, so täuschend echt, dass man mit den Fingern fühlen muss, um es zu merken. «Das ist die Zukunft», ist Suter überzeugt, «vor allem in der Hotellerie.» Und obwohl künstlich, passt sie den Strauss immer wieder der aktuellen Jahreszeit an.

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