Aarau

Sie dürfen ganz offiziell die Schule schwänzen

Mike Richard, Michelle Vollenwieder und Luca Müller: Junge Aarauer Sportler

Mike Richard, Michelle Vollenwieder und Luca Müller: Junge Aarauer Sportler

Die Berufsschule Aarau erhält für die Förderung junger Sportler das Label «Swiss Olympic Partner School» - als erste gewerblich industrielle Berufsfachschule der Schweiz. Davon profitieren mehrer junge Sporttalente.

Mike Richard, Luca Müller und Michelle Vollenweider, alle drei sind sie sportlich und ehrgeizig. Wenn etwa Michelle Vollenweider sagt, ihr Ziel sei die Olympiade, so meint sie das in vollem Ernst, auch wenn sie sich durchaus bewusst ist, dass sich dieses Ziel frühestens in fünf, vielleicht auch erst in neun Jahren erfüllen kann. Die 18-Jährige ist Bikerin, absolviert eine Lehre als Bäcker-Konditorin und besucht in Aarau die Berufsschule. Ein Programm, das nicht zusammengeht.

Sie profitiert wie Mike Richard und Luca Müller davon, dass die Berufsschule Aarau (BSA) die zeitliche und terminliche Beanspruchung der jungen Sportlerinnen und Sportler koordiniert. Als erste gewerblich industrielle Berufsfachschule der Schweiz ist die BSA deshalb mit dem Label «Swiss Olympic Partner School» ausgezeichnet worden.

Anspruchsvolle Koordination

Harald Gloor, Lehrer an der Berufsschule, setzt sich vor Beginn der Berufslehre mit den Lehrbetrieben, den Trainern und den Auszubildenden zusammen und hält in einer Zusatzvereinbarung zum Lehrvertrag die Anforderungen fest, die der Jugendliche in Betrieb und Schule erfüllen muss. Im Gegenzug erhalten die Sportler die nötigen Freiheiten, um ihre Karrieren zu verfolgen. Bleiben die Leistungen unter den Anforderungen, kann die Leistungssportvereinbarung aufgelöst werden.

Volleyballer Luca Müller trainiert 14 bis 20 Stunden pro Woche und spielt an den Wochenenden bis drei Matches. Und Mike Richard, der im Team Aargau Fussball spielt, muss auch zu Morgentrainings antreten. Ohne das Entgegenkommen des Lehrbetriebs und der Schule wäre das nicht möglich.

«Die Koordination der Terminkalender der jungen Sportlerinnen und Sportler ist in der Berufslehre gerade wegen der Schnittstelle zur Praxis besonders anspruchsvoll», sagt Ueli Meyer, Rektor der Berufsschule Aarau. «Die Schule, vor allem aber auch die Lehrbetriebe müssen sehr flexibel sein, wenn sie Sporttalente ausbilden.»

In die Regelklasse integriert

Dass in der gewerblich-industriellen Berufsausbildung keine Sportklassen gebildet werden können wie etwa an Mittelschulen oder im kaufmännischen Bereich, erschwere die Koordination zusätzlich, sagt Rektor Meyer. Die Aargauer Berufsfachschulen bieten Ausbildungsgänge in über 60 Berufen an. Auf diese verteilen sich rund ambitionierte 40 Sporttalente. Da ist es unmöglich, Sportler in einer Klasse zusammenzufassen.

An der Berufsschule sind die Sportlerinnen und Sportler in die Regelklassen integriert. Ist Michelle Vollenweider längere Zeit aufgrund sportlicher Aktivitäten abwesend, so wird ihr der Stoff per E-Mail nachgeschickt oder auf einer Online-Plattform zur Verfügung gestellt.

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