«Wer glaubt, man könne mit einer Galerie reich werden, täuscht sich», sagt Brigitte Wittwer. Trotzdem hat sie durchgehalten, 30 Jahre lang. Also muss es andere Gründe geben, die eine Galeristin nicht aufgeben lässt, nämlich Leidenschaft und eine grosse Begeisterung für die Kunst.

Brigitte Wittwer, vor etlichen Jahren aus Deutschland zugezogen, eröffnete die Galerie 1983 im Keller des ehemaligen Bauernhauses an der Hauptstrasse. 1987 baute sie den Schopf um, die Galerie brauchte Platz. 1999 wich der Pferdestall dem markanten Neubau mit dem runden Giebel, wo seither in hellen Räumen auf zwei Geschossen Kunst gezeigt wird.

30 Jahre, 30 Künstler

Der 30. Geburtstag feiert Brigitte Wittwer mit einer Ausstellung, an der 30 bekannte Kunstschaffende teilnehmen. Künstler, die zum Teil seit Jahren bei ihr ausstellen und mit denen sie freundschaftlich verbunden ist. Berühmte Namen sind anzutreffen wie jener von Celestino Piatti, der viele Bücher gestaltete, aber auch Felix Hoffmann mit seinen Theaterskizzen oder Paul Stauffenegger, genannt Stauffi, mit seinen Bildern.

Zu sehen ist auch eine eindrückliche aus Schwemmholz und Bronze gestaltete Skulptur von Martin Lüscher, Oberentfelden. Die Ausstellung ermöglicht Begegnungen mit Hans Münger (1920–2009), Gretzenbach/Leutwil, Thomas Welti ebenso wie mit Charly Bühler, der seit 30 Jahren Hennen und Hähne auf die Leinwand bannt, und den Hühnerstall zur Weltbühne macht.

Junge Künstler aus der Region unterstützt

Die Ausstellung beweist die ungebrochene Kraft und den Durchhaltewillen, welche Brigitte Wittwer in all den Jahren in die Galerie investiert hat. In der Broschüre, die zur Jubiläumsausstellung erschienen ist, schreibt Madeleine Schüpfer, welche die Galeristin seit Jahren publizistisch begleitet: «Brigitte Wittwer setzt sich mit höchst modernen Künstlerinnen und Künstlern auseinander, die sich ganz der Abstraktion hingeben und mit Begabung Farben und Formen zum Tragen bringen. Sie präsentiert auch solche, die mit figurativen Elementen ihre Bildräume beleben und in spannenden Verknüpfungen ungewohnte Bildinhalte schaffen.»

Und, die Galeristin freue es immer wieder, wenn sie einen jungen Künstler aus der Region fördern könne, wenn sie ihm eine Plattform geben dürfe, um sich dem Publikum vorzustellen. Viele hätten bei ihr begonnen und dank ihrem sicheren Kunstverstand, der sich mit viel Erfahrung paart, ihren Weg gefunden.

Umfassender Kunstbetrieb

Das Alter sieht man Brigitte Wittwer nicht an. «Eigentlich wäre ich ja schon lange pensioniert», sagt die 76-Jährige. Aufhören will sie aber noch nicht, sie kann auf die grosse Unterstützung ihrer Familie bauen - vor allem von Tochter Beatrice Wittwer, die in der gleichen Liegenschaft einen Kostümverleih betreibt, und Schwiegertochter Carmen Caceres-Wittwer, die in der Galerie am Bach verschiedentlich ihre Werke gezeigt hat, und in der Jubiläumsausstellung ebenfalls vertreten ist. Carmen Caceres gibt Kindern und Erwachsenen zudem Kurse in Zeichnen, Pastell, Acryl und Aquarellmalerei.

Selber male sie nicht, sagt Brigitte Wittwer, und doch verbindet sie seit 1983 Kunst und Handwerk in der ebenfalls der Galerie angeschlossenen Rahmenwerkstatt.