Diplomfeiern
Sie alle haben Grund zum Strahlen: Tausende erhalten in diesen Tagen ihre Diplome

Geschafft! Prüfung bestanden! Lernende und Kanti-Schüler haben Grund zum Feiern.

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Diplomfeiern
7 Bilder
Ein Foto von Anfang Juni: 70 KV-Stifte in der Aula der Handelsschule KV Aarau.
Rektor Paul Knoblauch (r.) und Konrektor Patrick Bläuenstein (l.) mit den besten BM-Absolventen. Die höchste Note (5,7) erreichte Corinne Schnyder (3. v. l.).
Strahlende Augen beim Überreichen der Zeugnisse in der Stadtkirche.
Die erfolgreichen Absolventen der FMS er hielten ihre Rosen in der Stadtkirche.
Die Absolventen konnten stolz ihr Zeugnis entgegennehmen.
Am schönsten strahlt Melissa Fehlmann (bester E-Profil-Abschluss).

Diplomfeiern

Urs Helbling

Eben erst sahen wir sie noch schwitzend an kleinen Pültchen sitzen. Eben erst rauchten sie nervös auf dem Pausenplatz. Vor der Prüfung («Was kommt wohl»), aber auch danach («Habe ich es richtig gemacht?»).

Diplomfeiern

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Urs Helbling

An der Handelsschule KV Aarau traten 594 junge Frauen und Männer zu dem an, was eben noch Lehrabschlussprüfung (LAP) genannt wurde. 542 haben bestanden. «91,2 Prozent», so Rektor Erich Leutenegger an der Diplomfeier in der katholischen Kirche Aarau. Die Erfolgsquote war etwa ein halbes Prozent höher als im Vorjahr.

Ein Foto von Anfang Juni: 70 KV-Stifte in der Aula der Handelsschule KV Aarau.

Ein Foto von Anfang Juni: 70 KV-Stifte in der Aula der Handelsschule KV Aarau.

Chris Iseli

«Sie dürfen stolz sein auf diesen – ihren – Erfolg», erklärte Erich Leutenegger. «Nach drei anspruchsvollen Jahren im Lehrbetrieb und in der Berufsschule, nach der bestandenen Abschlussprüfung in Theorie und Berufspraxis, in diesem Moment dürfen Sie sich wunderbar fühlen und der Freude freien Lauf lassen.»

Leutenegger weiter: «Wer wagt, gewinnt. Wer nichts wagt, hat schon im Voraus verloren.» Die Diplomanden können nach ihren Prüfungen nun weitere Heldentaten in Angriff nehmen: «Starten Sie bald eine anspruchsvolle Weiterbildung oder suchen Sie bald eine herausfordernde neue berufliche Aufgabe. Sie alle können sich noch weiter steigern», so Leutenegger. (uhb)

Die Zeichner haben abgeräumt

Rektor Paul Knoblauch (r.) und Konrektor Patrick Bläuenstein (l.) mit den besten BM-Absolventen. Die höchste Note (5,7) erreichte Corinne Schnyder (3. v. l.).

Rektor Paul Knoblauch (r.) und Konrektor Patrick Bläuenstein (l.) mit den besten BM-Absolventen. Die höchste Note (5,7) erreichte Corinne Schnyder (3. v. l.).

Nadja Rohner

Was für eine gute Quote – nur vier von 182 Berufsmaturandinnen und -maturanden der Berufsschule Aarau (BSA) haben die Prüfungen nicht bestanden. Allen anderen durfte Rektor Paul Knoblauch gestern «die süsse Frucht» ihrer Mühen in die Hände drücken: den Maturitätsausweis, der ihnen «breite Allgemeinbildung, Verantwortungsbewusstsein und Durchhaltewille» attestiere.

Als Festredner konnte die BSA Tobias Krummenacher (28) gewinnen – ein «Eigengewächs» sozusagen, der die BM an der Berufsschule Aarau im Jahrgang 09/10 absolviert hatte. Der Jungunternehmer gab den Neu-Maturanden mit, dass eine Karriere nicht immer linear verlaufen muss: Als gelernter Zimmermann plante er eigentlich ein Architekturstudium, entdeckte aber während seines Matur-Jahres die Liebe zur Gastronomie und absolvierte mit BM in der Tasche die renommierte Hotelfachschule Luzern. Heute ist er unter anderem Mitinhaber der Café-Bar Lockentopf in der Aarauer Altstadt und träumt vom eigenen Boutique-Hotel in Hongkong. Augenzwinkernd schilderte er, dass er sein Fachwissen in den letzten Jahren einige Male habe einsetzen können: «Zum Beispiel habe ich Kartoffeln für die Königin von England im Buckingham Palace der Grösse nach sortiert, einen Sandstrand in der Karibik für P.Diddy und Madonna von Hand von Algen befreit, mit einem weissen Tipp-Ex die abgeblätterten Sonnenliegen von Victoria’s Secret auf Hochglanz gebracht und – mein ganz persönliches Highlight – ich habe zwei fremde Gäste in einem Luxushotel in Peking versehentlich ins gleiche Zimmer eingecheckt... Ja, im Nachhinein kann ich auch darüber lachen.» Krummenacher gab den Absolventen den Rat: «Wenn euch nicht gefällt, was ihr vor euch habt, kann manchmal eine nur kleine Veränderung des Blickwinkels die Sache in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.» Und: «Ganz egal, ob ihr noch nicht wisst, wo es hingeht, oder ob ihr euren aktuellen Plan komplett über den Haufen werfen müsst: Habt Freude an dem, was ihr tut. Wenn es keine Freude bereitet, ist es wohl nicht das Richtige.»

Prämiert wurden die besten Absolventen. Und hier zeigte sich: Dieses Jahr haben die Zeichner – Fachrichtung Ingenieurbau oder Architektur – die Nase vorne. Bei der BM 1 (lehrbegleitend) heissen die besten Jana Jessica Meyer (Schwaderloch, Bekleidungsgestalterin, Note 5,4), Melanie Knupp (Zell LU, Polygrafin, 5,5), Corinne Schnyder (Schönenwerd, Zeichnerin Ingenieurbau, 5,7). Und bei der BM 2 für bereits gelernte Berufsleute wurden ausgezeichnet: Janik Mehlhorn (Gebenstorf, Zeichner Architektur, Note 5,4), Jill Prevost (Biberstein, Zeichnerin Architektur, 5,5), Niklas Aerni (Ammerswil, Automobil-Mechatroniker, 5,5), Fabienne Kern (Hirschthal, Zeichnerin Architektur, 5,6), Ivan Hunziker (Sarmenstorf, Automatiker, 5,6), Jimmy Schenk (Schöftland, Chemie- und Pharmatechnologe, 5,6). (nro)

Auf dem Höhepunkt des Wissens

Strahlende Augen beim Überreichen der Zeugnisse in der Stadtkirche.

Strahlende Augen beim Überreichen der Zeugnisse in der Stadtkirche.

Flurina Dünki

«Ihr Allgemeinwissen ist heute an seinem Höhepunkt angelangt», sagte Rektor Zsolt Balkanyi den knapp über 200 Maturanden der Neuen Kantonsschule Aarau. Er selber sei der Beweis dafür, dass einem nach der Kantonsschulzeit das Erlernte wieder entgleite, habe er doch kürzlich in einem Quiz mit Fragen auf Matura-Wissensstand nicht alle beantworten können. Ein Raunen ging darauf durch die Stadtkirche voller adrett gekleideter Absolventen ob der Offenheit des Rektors. «Seien Sie sich Ihres Wissens bewusst», fuhr dieser fort, «und engagieren Sie sich damit in Gesellschaft und Politik.» Wissen verpflichte und eine dieser Pflichten sei das Engagement für jene, die nicht die Chance einer Gymnasialausbildung gehabt hätten. Die Ermutigung des Eintritts in die Politik griff Landammann Alex Hürzeler auf: «Ihnen stehen Tür und Tor weit offen für die Zukunft, Sie können Ärztin, Filmemacher, Astrophysiker oder Pilotin werden. Und wenn Sie alle Ihre beruflichen Ziele erreicht haben sollten, können Sie immer noch in die Politik gehen.»

Dass jedoch auch in einer Akademikerkarriere nicht alles rosig verläuft, daran erinnerte Gastredner Sacha Zala von der Forschungsstelle diplomatische Dokumente Schweiz. «Manchmal werden Sie gegen den Strom schwimmen müssen, um etwas zu erreichen.» Dass der Wissensstand nach der Matura wieder sinkt, konnte der Historiker bestätigen: «Solch detailliertes Wissen, wie Sie jetzt in allen Gebieten aufweisen, werden Sie bald nur noch im gewählten Studienbereich haben» ,sagte er augenzwinkernd.

Folgende Maturanden und Maturandinnen wurden für Ihre Arbeiten ausgezeichnet: Cynthia Baumann, Adrian Büchli, Nils Freyenmuth, Fabian Haller, Ralph Holman, Florin Kalberer, Andrin Schmid, Dario Schmid, Ellénore Smith, Anna-Sofia Zimmermann. (fdu)

«Krass!» 78 Fachmittelschüler und 77 Fachmaturanden haben es geschafft

Die erfolgreichen Absolventen der FMS er hielten ihre Rosen in der Stadtkirche.

Die erfolgreichen Absolventen der FMS er hielten ihre Rosen in der Stadtkirche.

Anja Suter

Die Stadtkirche in Aarau platzte aus allen Nähten. Junge Frauen und Männer übertrafen sich gegenseitig mit ihrer Festkleidung und posierten stolz für Familienfotos. «Ihr habt es geschafft – krass», gratulierte Thomas Müller, Prorektor der Fachmittelschule (FMS). Die Gastrednerin, SP-Grossrätin Colette Basler (Zeihen), sprach ihre Gratulation auch an die Familien und Lehrpersonen der Absolventen aus: «Auch Sie dürfen sich auf die Schultern klopfen, Sie haben ebenso ihren Beitrag geleistet.» Im Hauptfokus sollen aber die Absolventen stehen. Wie sie sich fühlen, weiss Basler genau. Sie selbst war Schülerin an der Neuen Kantonsschule und erstellte später selbst die Prüfungen. Sie schwelgte in ihrer Rede in Erinnerungen an die vergangene Zeit.

Für ihre FMS-Abschlussarbeiten oder ihre Fachmaturitätsarbeiten wurden geehrt: Larissa Murer und Rahel Tschamper («Schulnoten – Fluch oder Segen»); Kai Schönenberger und Anja Barocke («Super Recognizer – Sie vergessen dich nie»); Antonia Maltseva («Raucherkonzept Klinik Hirslanden»). (asu)

«Neue Wege werden sich immer finden»

Die Absolventen konnten stolz ihr Zeugnis entgegennehmen.

Die Absolventen konnten stolz ihr Zeugnis entgegennehmen.

Anja Suter

Die Stimmung auf dem Schloss Lenzburg war ausgelassen: 43 Lernende der Berufsschule Lenzburg holten gestern nicht nur ihr wohlverdientes Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis ab, sondern auch noch das der Berufsmatura. Diese hatten sie zeitgleich mit der Ausbildung absolviert. Festredner war Marcel Ruef, Direktor der Justizvollzugsanstalt (JVA) Lenzburg. Dies nicht weil er «präventiv vorsorgen möchte», wie er es ausdrückte, sondern, weil sich das Bestehen der Berufsschule Lenzburg dieses Jahr zum 150. Mal jährte: Gegründet wurde die Schule nämlich von Johann Rudolf Müller, dem ersten Direktor JVA Lenzburg. Auch Berufsschul-Rektor Ruedi Suter gratulierte seinen Schützlingen. Er sei neidisch auf die vielen Türen, die ihnen nun offenstünden, sei es eine Spezialisierung auf dem gelernten Beruf oder eine weiterführende Schule. «Das heutige Bildungssystem ist so flexibel, dass es sogar Fehlentscheidungen zulässt. Treten Sie in diesem Fall einen Schritt zurück, neue Wege werden sich immer finden.»

Sechs der 43 Absolventen erhielten für ihre guten Abschlüsse eine Auszeichnung: Valentin Egloff (Laborant, Abschlussnote 5,4), Kevin Jorns (Maurer, 5,4), Patrice Steinacher (Konstrukteur, 5,4), Sämi Bättig (Maurer, 5,3), Fabian Däster (Automobil-Mechatroniker, 5,3), Dominik Scheuber (Formenbauer, 5,3). (asu)

Kleine Sternstunde im Rittersaal

Am schönsten strahlt Melissa Fehlmann (bester E-Profil-Abschluss).

Am schönsten strahlt Melissa Fehlmann (bester E-Profil-Abschluss).

Urs Helbling

Am Tag des Feierns hatten die Frauen die grösste Herausforderung zu bestehen: den Aufstieg hinauf aufs Schloss Lenzburg in (meistens) High Heels. Nach all den Strapazen der letzten Monate nahmen sie das gerne in Kauf. Schliesslich ging es darum, den Erfolg der bestandenen Lehrabschlussprüfung zu geniessen.

«Mit diesem Diplom habt ihr ein Fundament gelegt für eure berufliche Zukunft», erklärte Andreas Schmid, Schulleiter des KV Lenzburg Reinach. Von den 180 zu den Prüfungen Angetretenen haben nur 5 nicht bestanden. «Eine Erfolgsquote von 97,2 Prozent», freut sich Andreas Schmid.

Absolventin Michelle Käser bedankte sich im Namen der Lernenden. Der Spoken-Word-Poet Simon Libsig aus Baden unterhielt mit seiner Wort-Akrobatik («Der Opa beherrschte noch das 10-Finger-System. Er kannte jeden Hotspot»).

Ein wichtiger Programmpunkt der Feier im Rittersaal war die Ehrung der Rangierten: Bei den Kaufleuten mit E-Profil war Melissa Fehlmann die erfolgreichste von 58 Absolventen (Note 5,4). Sie hat bei Bertschi (Dürrenäsch) gestiftet. Die anderen Geehrten: M-Profil: Karin Jakob (Hypi Lenzburg), Alina Seline Lüscher (Staatsanwaltschaft Lenzburg), Yves Widmer (Hypi Lenzburg) und Sarah Woodtli (Bertschi Dürrenäsch). Die besten Berufsmatur-Prüfungen machten: Julia Zehnder, Dominic Rode, Lionel Marclay, Bryan Koch. (uhb)