Aarau

Sicherheit beim Holzschlag: Forstleute probten in Aarau den Ernstfall

Der Maschinist wird geborgen. lp

Der Maschinist wird geborgen. lp

Forstleute haben sich im Aarauer Wald mit dem Thema Sicherheit beschäftigt. Nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch: Geübt wurde die Rettung eines verunfallten Maschinisten.

Das Bild hat etwas Gespenstisches: Die schwere Forstmaschine ist leicht auf die Seite, gegen den Abhang hin gekippt. Ein Baum scheint sie noch aufzuhalten. Der Maschinist liegt zusammengesunken über dem Lenkrad.

Der Motor läuft. Aus der Fahrerkabine ist Musik aus dem Radio zu hören: Zum Glück ist das Szenario gestellt. «Was jetzt?», fragt Arno Reichenbach, Instruktor und Rettungssanitäter. «Dem Mann da geht’s gar nicht gut.» Aus der Runde der Kursteilnehmer kommen Vorschläge.

Die Bergung des Maschinisten aus dem Forstfahrzeug – und ihre kritischen Punkte – sind Teil des Kurses «Holzschlagorganisation».

Dieser findet im Rahmen der «Weiterbildung Wald Aargau» statt, hinter der die Abteilung Wald des Kantons und der Aargauische Försterverband stehen.

Im Mittelpunkt des Kurses, der in den Waldungen der Stadt Aarau stattfindet, stehen die richtige Signalisierung und die minimale Notfallorganisation bei einem Holzschlag.

Der Kurs, der sich mit dem Thema Organisation eines Holzschlages auseinandersetzte, wurde von der «Weiterbildung Wald Aargau» durchgeführt. Hinter dieser stehen die Abteilung Wald des Kantons und der Aargauische Försterverband.

Bedürfnis vorhanden

«Der Kurs ist im vergangenen Jahr erstmals durchgeführt worden», sagt Oliver Frey, der Präsident des Aargauischen Försterverbandes. «Er war ausgebucht. Das zeigt, dass das Bedürfnis vorhanden ist.

Gerade bei der Signalisierung von Holzschlägen stellt sich oft die grundsätzliche Frage, ob die getroffenen Massnahmen den rechtlichen Anforderungen genügen.»

Markus Steiner, im Försterverband für die Weiterbildung verantwortlich, sagt: «Man stellt fest, dass das Bedürfnis nach Weiterbildung im Bereich Sicherheit vorhanden ist. Auch der diesjährige, doppelt geführte Kurs war ausgebucht. Wir haben aber auch sehr gute Referenten. Das Echo der Kursteilnehmer ist gut.»

Dass der Kurs offensichtlich einem Bedürfnis entspricht, bestätigt auch Kursteilnehmer Marcel Fischer: «Ich will à jour bleiben», erklärt er. «Der Kurs hat mir bis jetzt sicher etwas gebracht. Ich kann etwas mitnehmen.»

Theorie und viel Praxis

Während Arno Reichenbach, sozusagen in der Rolle des Advocatus Diaboli, mit seinen Einwänden die Kursteilnehmer bei der Bergung des Maschinisten herausfordert – und dabei die Erfordernisse einer minimalen Notfallorganisation aufzeigt, demonstriert Kletterspezialist Res Mühlethaler, wie ein bei einem Spezialholzerei-Einsatz verunfallter Mann vom Baum heruntergeholt werden kann.

Und Sicherheitsexperte Albert Jauch macht–- in Theorie und Praxis – die Kursteilnehmer mit der Signalisationsverordnung und ihren Feinheiten vertraut.

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