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Shoppen in Aarau nach dem Lockdown: Run auf Socken und die ersten Verlobungsringe

Alexander Schibli, Coop City.

Alexander Schibli, Coop City.

Die letzten Wochen waren ruhig, umso mehr freuen sich die Aarauer jetzt über die geöffneten Geschäfte. Von Damenstrümpfen bis Spielwaren, alles wurde gekauft.

Sie kamen nicht in Scharen, aber in grosser Zahl. Zum ersten Mal seit dem 16. März war das Kasinoparking in Aarau gestern Nachmittag wieder gut besetzt. Die Stadt lebte auf – und mit ihr die Geschäfte. «Man spürte förmlich, dass die Leute ein Bedürfnis haben, wieder rauszugehen», erklärte Alexander Schibli, Chef des Coop City und Präsident des City-Märt. Er hat gegenüber dem Vorjahrestag eine Frequenz von 70 Prozent erwartet – in etwa so war es. Entsprechend hatte Schibli 70 Prozent des Personals im Einsatz. Die gestrigen Top Seller waren: Küchenhilfen, Damenstrümpfe und Socken, Maquillage (Lippenstifte) und Spielwaren. Coop City hat das Restaurant in Betrieb, allerdings nur mit 30 Tischen. Man habe etwa einen Drittel so viele Mittagsmenüs verkauft wie in normalen Zeiten, sagt Schibli.

Im City-Märt ist das Migros-Restaurant als einziges Geschäft noch nicht offen. Die Migros Aare bedient im Aargau erst in vier Restaurants Kunden (Wynecenter, Tivoli, Wohlen und Zofingen). Der Rest folgt später in Etappen. Aufgefallen ist gestern auch, dass McDonald’s bis auf weiteres ausschliesslich ein Take-away ist.

Für die Migros Igelweid war der Montag in doppeltem Sinn eine Premiere: Erstens konnte sie erstmals seit der Totalrenovation den ganzen Laden öffnen (AZ vom 19.3.: «Die erste Migros-Eröffnung, bei der WC-Papier eine Rolle spielt»). Die rot-weissen Absperrbänder an gewissen Regalen sind weg. Und zweitens wurde das automatische Kundenzählsystem in Betrieb genommen: Eine Kamera zählt die Köpfe. Das erlaubte der Migros die Öffnung aller drei Eingänge.

Sonst ist bei den meisten Geschäften ein Teil der Eingänge geschlossen. Und die Konsumenten sind gut beraten, immer wieder auf den Boden zu sehen – dort werden sie meistens mit einer Art Signalisation geleitet.

Allgegenwärtig sind die Prozentzeichen. Offiziell gibt es keine Rabattschlacht – aber sie ist da. Vorerst beim Abverkauf von liegengebliebener Frühlingsmode etwa bei C&A oder New Yorker. Es gibt Rabatte bis 70 Prozent. Manor lockt mit 30 Prozent auf ausgewählte Produkte (für Manor-Karteninhaber). Im Coop City beginnen am Freitag acht Tage mit 30 Prozent auf die gesamte Mode.

Geändert sind die Öffnungszeiten: Am extremsten beim Globus, morgens erst ab 10 Uhr offen, abends schon um 18 Uhr geschlossen. Interdiscount und Ochsner Sport schliessen neu abends um 18.30 Uhr. Am Donnerstag ist Abendverkauf bis 20 Uhr. Den gibt’s auch wieder bei Migros und Coop City.

Die schönste Geschichte liefert ein Geschäft, das gestern zum allerersten Mal offen war. Rhomberg («Die Filiale für Verliebte») eröffnete sein Geschäft am Graben (im «Silberhof»). Im letzten Herbst war der damalige Laden an der Rathausgasse ein Opfer des Altstadtbrandes geworden. Das Geschäft war ab 13.30 Uhr in Betrieb. «Ich habe befürchtet, dass ich am ersten Tag nichts verkaufen kann», erklärte Filialleiterin Fata Brkic. «Jetzt bin ich total happy. Schon in der ersten Stunde kam ein junges Paar und kaufte Verlobungsringe.»

Ein Traumstart in die Nach-Lockdown-Phase. (uhg)

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