Einwohnerrat Mario Serratore will, dass die Stadt den Vertrag mit der stadteigenen Pensionskasse kündigt und Offerten von Sammelstiftungen einholt, damit ein Wechsel auf den 1. Januar 2015 vollzogen werden kann.

Serratore hatte bereits im Juni 2013 zusammen mit Martina Suter und dem heutigen Stadtrat Hanspeter Hilfiker den Stadtrat massiv kritisiert, nachdem dieser den Wechsel der Pensionskasse verweigert hatte.

Die vom Stadtrat eingesetzte Arbeitsgruppe hatte sich mit fünf gegen eine Stimme für den Wechsel ausgesprochen. Dass das Abstimmungsergebnis der Arbeitsgruppe bekannt gemacht worden war, sorgte im Stadtrat für erheblichen Ärger. Noch- Stadtrat Beat Blattner sprach gar von einem «Grenzfall einer Amtsgeheimnisverletzung».

Gelegenheit zum Wechsel verpasst

Nun unternimmt Einwohnerrat Serratore mit einer Motion einen neuerlichen Anlauf. Mit dem damaligen Entscheid des Stadtrats sei nämlich, so Serratore, «eine Gelegenheit verpasst worden, um unter äusserst günstigen Bedingungen nicht nur die immer komplexeren und verantwortungsreicheren Aufgaben im Bereich der 2. Säule an eine professionelle Institution zu übertragen, sondern auch die nachhaltige Sicherheit der aktuellen und künftigen Rentner auf eine solidere Basis zu stellen».

In der Vergangenheit sei die Pensionskasse der Stadt bereits dreimal mit Steuergeldern aus einer Unterdeckung herausgeholt beziehungsweise davor bewahrt worden, begründet Serratore seinen Vorstoss. Alternativen wären gewesen, die Leistungen für die Versicherten zu schmälern oder die Beiträge zu erhöhen.

Und so kommt Serratore zum Schluss: «Hätte die Stadt bereits früher einer Sammelstiftung angehört, wären weder die Kapitaleinlagen noch die Senkung des Umwandlungssatzes in diesem Ausmass nötig gewesen.» Die Kosten zum Ausgleich des Umwandlungssatzes von 1,54 Mio. Franken hätten eingespart werden können.

Der Stadtrat hatte sich auf den Standpunkt gestellt, dass die stadteigene Pensionskasse gute Arbeit geleistet habe. «Der Stadtrat war der Meinung, es sei den Mitarbeitenden schwierig zu erklären, weshalb man etwas, das sehr gut funktioniert, aufgeben und bei einem System einsteigen wolle, in dem man sich nicht so sicher fühle», hatte Beat Blattner argumentiert. Zudem, hielt der Stadtrat entgegen, wären die Einflussmöglichkeiten der Stadt und ihrer Mitarbeitenden auf die neue Pensionskasse beschränkt.

Ein Wechsel zur Sammelstiftung Gemini, von der eine Offerte vorlag, hätte zudem bedeutet, dass die jahrelange Gleichbehandlung des Personals der Stadt und der IBAarau AG hätte aufgegeben werden müssen. Der Stadtrat befürchtete, dass dies weder beim Personal noch bei der Bevölkerung verstanden würde.

Probleme würden entschärft

Es wird immer schwieriger werden, auf dem Anlagekapital eine angemessene Rendite zu erzielen und die Renten bei immer älter werdenden Versicherten zu gewährleisten, hält Serratore dem Stadtrat entgegen. «Bei einem Verhältnis zwischen aktiver Bevölkerung und Rentnern von heute schon 2:1 wird die Pensionskasse der Stadt Aarau früher oder später vor die gleichen Probleme gestellt sein und weitere Kapitaleinlagen fordern müssen, um die bisherigen Leistungen beibehalten zu können.»

Der Anschluss an eine grosse Sammelstiftung mit einem besseren Verhältnis zwischen Aktiven und Rentnern würde laut Serratore die Probleme massiv entschärfen.