Aarau
Senioren verteilen Brot, damit Jung und Alt mehr voneinander erfahren

Einmal im Monat verteilen Senioren an den drei Schulhäusern im Aarauer Telli während der Pause Brot an die Schulkinder. Gestern wurde die Aktion zum ersten Mal auf die übrigen Schulhäuser der Stadt ausgeweitet.

Daniel Vizentini (Text und Fotos)
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«Eine Dame hat mir erzählt, dass sie als Primarschülerin keine Erzählnacht hatte, sondern nur ein Jugendfest», sagt Sanjeeth.
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«Ich habe eine Dame gefragt, wo sie in der Schule war. Sie hat gesagt, in Erlinsbach», sagt Alisha.
«Ich finde die Begegnung eine gute Idee. Es ist gut, mal mit Älteren zu sprechen», sagt Melanie.
«Es hat mit gefallen, dass sie nach unseren Plänen gefragt haben. Ich möchte Fussballer werden, und sonst Astronaut», sagt Dean.
«Ein Herr hat uns erzählt, dass er später mal Lokomotivführer werden möchte. Ich möchte Tierärztin werden», sagt Leiba.
«Ein Herr hat uns gesagt, dass wir selber denken müssen und nicht einfach andere nachahmen sollen», sagt Thanush.
«Ich fand die Begegnung mit den Älteren spannend und lustig. Man sollte das öfters hier in der Schule machen», sagt Anna.
«Was möchtest du werden, wenn du gross bist?» Beim Brotschneiden entstehen angeregte Gespräche.
In der Pause erhielten die Kinder die Brotstücke.
Aarauer Senioren verteilen Brot an die Schulkinder
«Wir haben über Wunschberufe gesprochen. Ich möchte gerne Zoowärterin werden, weil ich Tiere mag», sagt Eliana.

«Eine Dame hat mir erzählt, dass sie als Primarschülerin keine Erzählnacht hatte, sondern nur ein Jugendfest», sagt Sanjeeth.

Im Primarschulhaus Schachen sassen erwachsene Helfer aus dem Quartier während einer Schulstunde zusammen mit den Kindern der 5.Klasse von Annina Lanzberg. Die Alten fragten die Jungen zum Beispiel nach ihren Berufswünschen. «Als was möchtest du gerne arbeiten, wenn du gross bist?», fragte Sozialarbeiter Frank Krause von der Pfarrei Peter und Paul. «Ich möchte Zoowärterin werden, weil ich Tiere mag», antwortete ein Mädchen. «Ich will auf der Baustelle arbeiten», sagte ein Knabe. «Was ist das Wichtigste in eurem Leben?», fragte Krause als Nächstes. Da waren sich die Kinder einig: «Meine Eltern», sagten sie jeweils.

Die Kinder wiederum wollten erfahren, was früher anders war als heute. «Heute ist alles hektisch und die Menschen haben weniger Zeit füreinander. Es ist wichtig, dass man Freundschaften pflegt», sagte Helfer Eduard Buholzer.

Das Leben im Quartier wird besser

Danach gingen die Kinder ans Lavabo und wuschen sich die Hände. Zwei volle Taschen mit langgestreckten Broten hatte Frank Krause mitgebracht. In Dreiergruppen machten sich die Kinder ans Schneiden der Brote. Pünktlich zur grossen Pause nahmen die Erwachsenen die Körbe mit den Brotstücken nach draussen und verteilten diese den Schulkindern. Die einen oder anderen Schüler aus den anderen Primarklassen blieben stehen und kamen mit den Erwachsenen ins Gespräch.

Die Idee hinter der Brotteilete ist, dass sich Generationen begegnen, auch ausserhalb der Familie. Zudem soll das Zusammenleben im Quartier gefördert werden. «Die ursprüngliche Idee kam vom GZ Telli. Dort sieht man bereits, wie Jung und Alt im Quartier sich besser begegnen», sagt Krause. Wird die Aktion im Schulhaus Schachen wieder stattfinden? «Wenn die hiesige Schule das wünscht, kann ich es mir vorstellen.»