Mit dem Slogan «Viel mehr als ein Altersheim» wirbt die Institution Senevita Gais Aarau um neue Klienten. Tatsächlich ist die Institution an der Hinteren Bahnhofstrasse eines der edleren Häuser am Platz. Nun investiert die Senevita AG rund 1,5 Mio. Franken in den Platz Aarau. Konkret: in einen Umbau. Das Baugesuch liegt bis 27. August auf; diese Woche wurden alle Bewohner informiert.

Die Senevita Gais Aarau will bestehende Alterswohnungen zu Pflegezimmern umbauen. Das erstaunt auf den ersten Blick: Viele Altersheime haben Mühe, die Belegung ihrer Pflegeplätze hoch zu halten, wohingegen Alterswohnungen, bei denen nach Bedarf auch Dienstleistungen zugebucht werden können, relativ gefragt sind. Aber es handelt sich bei den Plänen von Senevita keinesfalls um eine Kapazitätsreduktion bei den Alterswohnungen – im Gegenteil, erklärt Mediensprecherin Daniela Flückiger.

Bislang gibt es im Senevita Gais Aarau 20 Pflegezimmer sowie 65 Wohnungen (zwei bis drei Zimmer) für Betreutes Wohnen. Von Letzteren werden aber 10 bereits als mobile Pflegeplätze verwendet. Künftig wird es 59 Wohnungen und 30 Pflegezimmer geben – also insgesamt mehr als heute. «Ausserdem werden die heute im Haus verteilten mobilen Pflegeplätze in einer neuen Pflegeabteilung zusammengefasst», so Daniela Flückiger. Das vereinfache die Abläufe. Am Pflegekonzept und am Personalbestand (insgesamt 22 Beschäftigte in der Pflege plus Lernende) werde nichts geändert.

Wann genau der Umbau beginnt, ist noch unklar. «Wenn es keine Einsprachen gibt, könnten wir im Herbst starten», so Daniela Flückiger. Die Umbauphase werde mehrere Monate dauern. Einige Bewohner und Bewohnerinnen müssen umziehen. «Das erledigen wir aber selber, die Bewohner haben keinen Aufwand damit.»

Ebenfalls geplant sind ein Ausbau der bisher relativ kleinen Küche, ein neuer Eingang und ein aufgewerteter Aussen-Sitzplatz beim Restaurant. «Einige Komponenten des Mittagessens werden bisher täglich von unserem Haus in Spreitenbach angeliefert», so Daniela Flückiger. «Durch den Ausbau der Küche können wir künftig alle Mahlzeiten noch frischer und besser direkt im Haus zubereiten und unser Angebot ausweiten. Durch den neuen Eingang und die Terrasse wird unser Restaurant, das auch externen Gästen offensteht, ansprechender und zugänglicher.» Der Raum, der der Küche zugeschlagen wird, kommt von einem grosszügig angelegten Gang sowie Lagerräumen. Der Umbau der Küche – und der geplante Einbau eines weiteren Zugangs zum Restaurant – sei für das erste Quartal 2019 vorgesehen.

Die Umbaupläne stehen schon seit einiger Zeit im Raum. «Wir haben deshalb auch bewusst einige Wohnungen leer gelassen, damit für die Bewohnerinnen und Bewohner, die eine neue Wohnung oder Pflegezimmer beziehen, auch das richtige Angebot zur Verfügung steht und sie möglichst wenig gestört werden», so Daniela Flückiger. Die Nachfrage und die Auslastung seien ansonsten konstant gut, sowohl bei den Pflegeplätzen als auch bei den Alterswohnungen.

Die Senevita AG mit Sitz in Muri bei Bern führt schweizweit 26 Betriebe mit rund 1800 Mitarbeitenden und 200 Lernenden. Im Aargau gibt es noch die Senevita Lindenbaum in Spreitenbach, kantonsnah gelegen sind auch die Institutionen Residenz Bornblick (Olten), Limmatfeld (Dietikon) oder Obstgarten (Affoltern am Albis).