Suhr/Buchs
Selbst wenn Suhr das Nachbardorf ist, ist es den jungen Buchsern fremd

Die Jugendarbeit Suhr/Buchs will mit einem zweiten Jugendtreff in Buchs Präsenz markieren. Denn die Buchser Teenager konnte man bislang kaum bis nach Suhr locken. Die Raumfrage gestaltet sich aber als äusserst schwierig.

Katja Schlegel
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Das Team: Marianne Mischler, Tamara Miloradovic (hinten v.l.), Jan Götschi und Daniela Gassmann.ksc

Das Team: Marianne Mischler, Tamara Miloradovic (hinten v.l.), Jan Götschi und Daniela Gassmann.ksc

Katja Schlegel

Die Jugendarbeit Suhr/Buchs will in Buchs einen Jugendtreff eröffnen. Denn obwohl die Jugendarbeiter die Oberstufenschüler beider Gemeinden betreuen, ist Buchs ins Hintertreffen geraten; Buchser Teenager trifft man in Suhr kaum. «Der Jugendtreff in Suhr ist gut gelegen und super eingerichtet, hat Platz für Events, Konzerte und einen Billardtisch», sagt Jugendarbeiterin Daniela Gassmann. Aber locken könne man die Buchser damit nur bedingt.

«Selbst wenn Suhr das Nachbardorf ist, ist es den jungen Buchsern fremd», sagt Gassmann. Man hat nichts miteinander zu tun, kennt sich kaum. Was für Erwachsene komisch klingen mag, sei für Jugendliche entscheidend: «Die Hemmschwelle, seine Freizeit quasi unter Fremden zu verbringen, ist sehr hoch.» Die Lösung ist einfach: Die Dörfer brauchen je einen eigenen Jugendtreff.

Die Suche läuft bislang eher harzig. Ein Jugendtreff braucht Platz: mindestens einen grossen Aufenthaltsraum für eine Sofaecke, Töggelikasten und einen Ufzgi-Tisch, eine kleine Küche, zwei Toiletten – eine für Männlein, eine für Weiblein – und abschliessbare Büroräume. Zudem soll der neue Treff zentral gelegen sein. «Es ist nicht ganz einfach, so eine Liegenschaft zu finden», sagt Gassmann, «aber wir sind auf gutem Weg.» Allerspätestens bis Ende Jahr soll die Raumfrage entschieden sein.

Die Standortstärkung ist nicht der einzige Grund für einen zweiten Jugendtreff: Mit der Stellenprozenterhöhung von 100 auf 190 per Ende 2012 wurde ein neues Jugendförderungskonzept erarbeitet. Darin wird klar festgelegt, dass die Arbeit in Buchs intensiviert und so der Standort gestärkt werden soll. Teilten sich bisher Jan Götschi und Daniela Gassmann die 100 Stellenprozent, wurde das Team mit Marianne Mischler und der Auszubildenden Tamara Miloradovic nun köpfemässig verdoppelt. Das braucht ebenfalls Platz: «Der Büroraum im Jugendtreff Suhr ist zu klein für vier Mitarbeiter», sagt Gassmann. Deshalb soll mit einem neuen Raum in Buchs auch das Büro gezügelt werden.

Die personelle Aufstockung ermöglicht dem Team, seit einigen Wochen am Mittwoch und Freitag aufsuchende oder mobile Jugendarbeit zu leisten, also sich auch ausserhalb des Treffs mit Jugendlichen zu treffen und mit ihnen über ihre Ängste und Sorgen zu sprechen oder mit ihnen Sport zu machen. Das funktioniere gut, sagt Gassmann. «Wir kennen inzwischen schon viele der Jugendlichen persönlich.» Trotzdem ist es für sie unerlässlich, einen Jugendtreff in Buchs zu eröffnen: «Die Jugendlichen brauchen solche Orte; hier finden sie Geborgenheit und Vorbilder, erfahren Vertrauen und entwickeln ihre Sozialkompetenz.»

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