Freude herrscht – das Eidgenössische Turnfest steht vor der Tür! Täglich präsentieren uns die Medien farbige Ausschnitte aus dem Programm, das nicht vielseitiger sein könnte. Ob sportbegeistert oder Bewegungsmuffel, für jede Vorliebe hat es etwas dabei. Auf der Stadtbühne beim Bahnhof beispielsweise stehen Vereinsvorführungen, Mitmachangebote, Gymnastrada, Line Dance, Groupfitness Lektionen und vieles mehr auf dem Programm. Im Zentrum stehen jedoch die Einzel- und Vereinswettkämpfe.

Rund 70'000 Turnerinnen und Turner werden in Aarau erwartet und zeigen in vielfältiger Weise, was der Turnsport zu bieten hat – ein grossartiges Zusammentreffen von Breitensport und Spitzensport. Für das Eidgenössische gilt das Motto: Dabei sein ist alles. Wenn die Aktiven dann wieder zu Hause sind, wird in unzähligen Turnvereinen weiterhin Bewegung angeboten, um fit zu werden und gesund zu bleiben. Es ist zu hoffen, dass sich der eine oder andere Festbesuchende inspirieren lässt, seine tägliche Schrittfrequenz fortan zu erhöhen. Dem Blutdruck und der Figur zuliebe.

Eröffnung des Eidgenössischen - die Bilder zur Hauptprobe:

Wir sind ja einfach zu begeistern, wenn es um Bewegungserleichterung geht. Ganz besonders, wenn coole, geräuscharme, aufladbare Gefährte wie beispielsweise Segways, E-Trottinetts oder selbstfahrende Skateboards, sogenannte Hoverboards, genutzt werden können. Vor allem junge Leute finden grossen Gefallen an den selbstbalancierenden Fahrzeugen. Als «Mobilität der ersten und der letzten Meile» wird die Idee dieser Elektrokleinfahrzeuge angepriesen, also für den Weg von der Haustür zur Haltestelle, zum Bahnhof und von dort zum Arbeitsplatz und wieder zurück. Die Geräte, die etwa 20km/h fahren, ersetzen primär den Fussmarsch. Sie lassen sich im Zug und Bus leicht mitnehmen oder im Kofferraum eines Autos einfach verstauen.

In Zürich gehören insbesondere E-Trottinetts bereits zum Stadtbild. Rund um den Bahnhof liegen oder stehen sie überall herum. Idealerweise sollten sie Stadtvelos ersetzen oder gar den Autoverkehr verringern. Die Evaluationsphase hat eben erst begonnen. In Aarau ist kürzlich ein junger Mann auf einem solchen Gefährt lässig an mir vorbeigebraust. Schnell konnte ich einen Schritt zur Seite machen, damit er freie Fahrt hatte. Die Mikromobilität gefällt denn auch nicht allen. Der Kampf um den Platz auf der Strasse, dem Veloweg und dem Trottoir verstärkt sich durch die neuen Verkehrsteilnehmenden.

Ist es überhaupt wünschenswert, wenn noch die letzten Gehschritte unter die Räder kommen? Fahren macht mehr Spass und die neuen Gefährte stinken und lärmen nicht, sagen die einen. Zudem schliessen sie eine Marktlücke, generieren Umsatz und damit Arbeitsplätze. Sie führen zur motorischen Verarmung, Fettleibigkeit und zur körperlichen Degeneration, meinen die anderen. Die unreflektierte Freude an elektrischen Vehikeln werde zur gesundheitlichen Sackgasse.

Was für Verkehr und Mobilität eine wünschenswerte Entwicklung ist, sollte nicht dazu führen, dass sich Jung und Alt weniger bewegen. Und so können wir uns vorerst gerne von den bevorstehenden Turnfestaktivitäten motivieren und anstecken lassen. Ganz nach dem Motto: Aarau bewegt sich.

Martina Suter (54) ist Unternehmerin, FDP-Einwohnerrätin und -Fraktionspräsidentin sowie Vizepräsidentin des Kreisschulrats Aarau-Buchs.

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