Wenn sich Benjamin Wernli (34) nicht gerade um seine zwei Kinder kümmert, als Maurer auf der Baustelle steht oder Songs aufnimmt – dann trinkt er einen Kaffee in der Aarauer Confiserie Brändli. Dabei erzählt Wernli, Sänger und Rapper, von seiner neuen Platte, die am 26. April erscheint und «Diagonale» heisst. Der Name basiere auf einem Begriff im Maurerwesen, sagt Wernli. «Das hat mit dem Eisenlegen zu tun.» Der Aarauer macht seit mehr als 15 Jahren Musik, spielt Klavier, Schlagzeug, Gitarre und Bass. Benjamin Wernli nennt sich «Benji Bonus» und hat unter diesem Künstlernamen bereits ein Album und zwei Singles veröffentlicht. Zuvor spielte er in einer Rockband: «Ich habe aber schon immer mein eigenes Ding gemacht.»

Die Produktion von «Diagonale» zusammen mit Produzent «EU93NE» hat ein Jahr gedauert. «Es war ein turbulentes Jahr», sagt Wernli. Er hat Musik und Text seiner Songs auf der EP selber geschrieben «Entweder habe ich die Melodie im Kopf oder einen Teil des Textes. Der Rest ergibt sich dann», sagt Wernli. «Das ist wie Magie.» Die Lieder sind keinem festen Genre zuzuordnen, variieren von Funk bis Soul, Hip-Hop bis Rock – auch wegen dieser kreuzqueren Genre-Mischung nennt Wernli seine EP «Diagonale». «Ich denke, der Mix auf meiner EP tut der Schweizer Musikszene gut.» Hörbar seien die Songs ausserdem für Publikum jedes Alters: «Seit ich Kinder habe, fluche ich in den Liedern weniger.»

Spiel mit Klischees

Wernli alias Benji Bonus will authentisch sein, rappt auf Schweizerdeutsch. Auch bei den Texten seiner Songs. Auf «Diagonale» sind Lieder darunter, deren Text auf Erfahrungen in Wernlis Leben basieren. So beschreibt der Song «Partner in Crime» Wernlis Beziehung zur Mutter seiner Kinder. «Es geht ums Entfernen und wieder Zusammenkommen», sagt er. «Ich hoffe, dass die Leute, die meine Lieder hören, sich darin wiederfinden können.» Wernli will seinem Publikum das Gefühl vermitteln, nicht alleine mit ihren Problemen zu sein. Auf «Diagonale» sind aber auch Lieder, die Stimmung machen. Wie zum Beispiel «Fake». Darin geht es um Frauen, die sich anders geben, als sie wirklich sind. «Das Lied basiert aber nicht auf Erfahrungen, die ich selber gemacht habe», sagt Wernli. Er hatte das Wort «Fake» im Kopf, und zusammen mit dem schweizweit bekannten Musiker «Dabu Fantastic» entstand der Song. «Das Lied ist gesellschaftskritisch und spielt mit Klischees», sagt Wernli. Im Musikvideo räkeln sich blonde Frauen – aber mit gehörig Ironie dahinter.

Denkt «Benji Bonus» an die Zukunft, dann denkt er realistisch. «Als ich jünger war, wollte ich unbedingt mit der Musik meinen Lebensunterhalt verdienen. Das ist jetzt sicher keine Priorität mehr, aber ich würde auch nicht Nein dazu sagen.» Er freut sich jetzt zuerst auf die Plattentaufe am 10. Mai im KIFF und auf die Auftritte auf dem Schloss Lenzburg oder in Baden, wo er aufgewachsen ist.