Stiftung Wendepunkt
Seit 20 Jahren ein zuverlässiger Sozialpartner

Die Sozialunternehmung hat mit einem Fest in Aarau ihr Jubiläum begangen. Im zentrum stand der christliche Glaube, auf dem auch die Stiftung Wendepunkt basiert.

Lilly-Anne Brugger
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Hans-Peter Lang zeigte auf, wie viel Kraft und Motivation aus der Tat und der Liebe geschöpft werden kann. lilly-anne brugger

Hans-Peter Lang zeigte auf, wie viel Kraft und Motivation aus der Tat und der Liebe geschöpft werden kann. lilly-anne brugger

Am 4. Januar 1993 wurde die Stiftung Wendepunkt gegründet – mit 1000 Franken Startkapital. Daran erinnerte sich Stiftungsgründer Hans-Peter Lang in seiner Rede zum 20-Jahr-Jubiläum am Freitagnachmittag im Kultur- und Kongresshaus in Aarau. Er habe gemeinsam mit den Mitgründern etwas machen wollen für die Menschen, die in den 90er-Jahren aus dem Arbeitsprozess gefallen sind. Aus der Stiftung mit bloss 1000 Franken Startkapital ist heute eine Sozialunternehmung geworden mit 120 Festangestellten, vier Tochterfirmen und 500 Personen, die an den sozialen Programmen teilnehmen.

Christlicher Glaube als Basis

Im Zentrum der Jubiläumsfeier stand der christliche Glaube, auf dem auch die Stiftung Wendepunkt basiert. «Wir beten jeden Morgen vor Arbeitsbeginn», sagte Hanspeter Lang, der die Geschäftsleitung der Stiftung vor zwei Monaten seinem Sohn Sascha übergeben hat. Lang betonte aber auch, dass der christliche Glaube zwingend mit einer Tat verbunden werden müsse, die nicht nur Almosen gebe. «Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe», betonte er.

Regierungsrat Urs Hofmann lobte die Stiftung Wendepunkt als zuverlässigen Sozialpartner für den Kanton, als Institution, die dort, wo der Staat nicht helfen kann, individuelle Hilfe anbietet. Die Stiftung Wendepunkt habe aufgezeigt, dass nicht Profit und schnelles Geld wichtig seien, sondern nachhaltiges Unternehmertum. «Machen Sie weiter so, wir zählen auf Sie!», sagte Hofmann an Hans-Peter Lang und das ganze Wendepunkt-Team gerichtet.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion mit Nationalrat Ulrich Giezendanner, Ständerätin Pascale Bruderer, Professor Johannes Reimer, Stiftungsgründer Hans-Peter Lang und Regierungsrat Urs Hofmann wollte Moderator Werner De Schepper wissen, wie weit das christliche Engagement in der Politik gehen dürfe. Während Giezendanner den Standpunkt vertrat, dass die Kirche nicht politisieren sollte, machten die anderen Podiumsteilnehmer deutlich, dass christliches Engagement in der Gesellschaft durchaus nötig sei. Trotz gegensätzlicher Standpunkte zeigten alle Podiumsteilnehmer, dass auch sie ihre Motivation aus den christlichen Grundsätzen und der Liebe schöpfen. Einig waren sie sich ebenfalls, dass gute Ideen allein nicht ausreichen: Taten müssen den Worten zwingend folgen.