Aarau
Seine Geschichten überzeugen die Jury von Jahr zu Jahr

Seit der ersten Ausgabe von «Geschichten aus der Altstadt» vor sechs Jahren hat Patrick Meier jedes Mal einen Text eingereicht – bis auf letztes Jahr immer mit Erfolg.

Manuel Bühlmann
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Patrick Meier im Hammer, wo seine neuste Geschichte spielt.

Patrick Meier im Hammer, wo seine neuste Geschichte spielt.

Manuel Bühlmann

Beinahe jeden Tag klappt Patrick Meier seinen Laptop auf, um zu schreiben. Unter der Woche reicht die Zeit manchmal nur für ein paar kurze Sätze vor dem Einschlafen, am Wochenende ist er oftmals stundenlang mit seinen Geschichten beschäftigt. «Beglückend» nennt er das Gefühl, das er dabei empfindet.

Schreibblockaden sind ihm fremd, das Schreiben ist für ihn nie mit Zwang verbunden. Dies sei vielleicht auch deshalb so, weil er nicht schreiben müsse, um Geld zu verdienen, meint Meier. Denn Geschichtenschreiben ist für ihn zurzeit nicht mehr als ein Hobby, das er neben seinem Job als Grafiker ausübt.

Ein zeitaufwendiges Hobby allerdings: Zum Joggen reicht es noch, die DVD-Sammlung aber hat er aus seinem Wohnzimmer verbannt und auch Werke von anderen Autoren liest er kaum noch. Das hat jedoch noch einen weiteren Grund. «Ich würde mich nur mit den anderen Schriftstellern vergleichen, was mich beim Schreiben hemmen würde», sagt Patrick Meier. Deshalb widme er sich höchstens Sachbüchern oder Klassikern; moderne Literatur lese er bewusst nicht.

Der Zug als Schreibstube

Geht es darum, an seinen Texten zu arbeiten und zu feilen, steigt Patrick Meier häufig in den Zug. Wohin die Reise führt, ist dabei sekundär – gelandet ist er schon in Freiburg oder Genf. «Wenn ich im Zug sitze und aus dem Fenster schaue, kann ich am besten denken», sagt der 47-Jährige. Für den Fall, dass der Schreibfluss dennoch für einmal ins Stocken kommt, hat Patrick Meier einen Trick auf Lager: «Ich schreibe immer gleichzeitig an mehreren Geschichten. Läuft es bei einer nicht, wechsle ich einfach zu einer anderen.»

Etwa 100 Geschichten hat Patrick Meier bereits verfasst. Der Stoff für neue Storys geht ihm dennoch nicht aus: «Ich habe massenhaft Ideen.» Für die diesjährige Ausgabe von «Geschichten aus der Altstadt» sei er zu Beginn allerdings ratlos gewesen. «Die letzten Jahre konnte ich immer auf die eigene Biografie zurückgreifen. Der biografische Stoff war nun aber erschöpft.» Eine Führung durch das Hammer-Quartier brachte schliesslich die Inspiration. Das Resultat überzeugte die Jury – wie fast jedes Jahr seit 2006. Nur 2011, als er wie immer einen Beitrag einreichte, wurde seine Geschichte nicht ins Theaterstück aufgenommen. «Der Text war zu nah an wirklichen Personen und damit zu kompromittierend», sagt Patrick Meier, ohne jedoch Genaueres verraten zu wollen.