Aarau

Schwimmer und Bootsfahrer kennen Gefahren der Aargauer Flüsse zu wenig

Im letzten Sommer stieg ein 31-jähriger Inder bei der Zurlindeninsel Aarau in die Aare und ertrank.

Im letzten Sommer stieg ein 31-jähriger Inder bei der Zurlindeninsel Aarau in die Aare und ertrank.

Am Samstag ertrank ein 31-Jähriger bei der Aarauer Zurlindeninsel. Obwohl die Sicherheitskampagne «Keine Haie in unseren Flüssen» von Kanton und Kantonspolizei mit Tafeln auf die Gefahren an und auf Flüssen aufmerksam macht.

Kaum haben das Departement Bau, Verkehr und Umwelt sowie die Kantonspolizei Aargau die Sicherheitskampagne «Keine Haie in unseren Flüssen» lanciert, ereignet sich ein Badeunfall. Ein 31-jähriger Inder schwamm am frühen Samstagabend bei der Aarauer Zurlindeninsel in der Aare. Er ertrank.

Laut Kantonspolizei wurde der Schwimmer noch nicht geborgen. Sie konnte auch keine Angaben zur Unfallursache oder zu den Beweggründen machen, wieso der Betroffene aus dem Raum Bern bei der Zurlindeninsel in die Aare ging. Bekannt ist der Einsteigeort: Der Spitz der Zurlindeninsel, Richtung Stadt weisend.

Solche tragischen Ereignisse im gewässerreichen Aargau will die Kampagne vermeiden. «Flüsse bergen Gefahren», sagt Susette Burger, Verantwortliche der Präventionskampagne im Aargau. Andere Kantone aus der Ost-, Zentral- und Nordwestschweiz beteiligen sich ebenfalls daran.»

Die Beliebtheit der Gewässer als Bade- und Freizeitort nimmt von Jahr zu Jahr zu. Der Risiken sind sich die Leute allerdings nicht bewusst», so Susette Burger. In den letzten Jahren sei es in Aargauer Flüssen zu tödlichen Unfällen gekommen: 2012 ertrank ein 14-Jähriger während einer Schulexkursion bei Bremgarten in der Reuss.

Kurze Zeit darauf wurde beim Reusswehr in Windisch ein 29-jähriger sri-lankischer Asylbewerber angespült. Am letztjährigen Nationalfeiertag ging ein afghanischer Asylbewerber im Stroppel-Kanal in Untersiggenthal unter.

An rund 20 Orten entlang von Aare, Limmat, Reuss und Rhein stehen Tafeln «Keine Haie in unseren Flüssen». Elf Tafeln sind an der Reuss, zwei am Rhein, je drei an der Aare respektive an der Limmat. «High-Spots», sagt Burger.

Die Reuss sei bei Schwimmern und Schlauchboot-Fahren beliebt, einerseits wegen der Landschaft, anderseits wegen der langen frei fliessenden Abschnitte. Doch weise die Reuss viele Strömungen, Windungen oder Felsen auf. 80 Gemeinden, die an Flüsse grenzen, erhielten vom Kanton Plakate.

Diese hängen an neuralgischen Stellen, in Badis, Bibliotheken oder anderen öffentlichen Plätzen. «Die Kampagne soll möglichst breit gestreut werden», sagt Susette Burger. Tafeln wie Plakate enthalten den gleichen Text, der auf die Gefahren in Flüssen hinweist.

Ebenso sind die sechs Flussregeln der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG abgebildet, die man vor einer Abkühlung unbedingt beachten sollte.

Gibt es in Aargauer Flüssen Haie? Natürlich nicht, sagt Susette Burger und lacht: «Der Titel ist ein (H)Eye-Catcher, ein Witz. Wir wollten den Betrachter verwirren, damit er die Tafeln beachtet.»

Ironie des Schicksals: An der Aare in Aarau stehen keine Gefahrentafeln. Die Stadt erhielt Plakate zum Aufhängen, eines davon hängt an einer Brücke in der Nähe der Badi.

In der Aare in Aarau gebe es nicht so viel Wasser wie an anderen Orten, sagt Susette Burger. «Das Gewässer zieht wenig, das lockt nicht so viele Schwimmer und Bootsfahrer an.»

In der Aare bei der Zurlindeninsel ist noch nie jemand ertrunken. Susette Burger sagt, es gebe schon Strömungen und Verwirbelungen. Rettungsschwimmer Rolf Urech von der SLRG, Sektion Baden-Brugg, meinte gegenüber Tele M1, die Stelle sei ungefährlich. Trotzdem müsse man gegen die Kraft des Wassers ankämpfen.

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