Strommarkt

Schwierige Zeiten: Brechen der Eniwa die Einnahmen weg?

Verlieren Eniwa-Aktien an Wert?

Die Eniwa, die zu 95,4 Prozent der Stadt Aarau gehört, macht schwierige Zeiten durch. Nicht nur wegen der Opposition gegen die geplante Mitteldamm-Entfernung.

Viel schwerwiegender sind die finanziellen Herausforderungen: Unmittelbar geht es um das Geschäftsergebnis 2018, das in etwa einem Monat publiziert wird (Generalversammlung ist am 16. Mai). Die Erwartungen liegen nicht allzu hoch: Das Halbjahresergebnis war mit einem Reingewinn von 3,5 Millionen Franken enttäuschend. Anschliessend beeinträchtige der heisse Sommer die Stromproduktion im Wasserkraftwerk und die Börsenentwicklung dürfte dem Finanzergebnis zugesetzt haben.

FDP-Vorstoss im Einwohnerrat

Die allergrösste Herausforderung für die Eniwa ist aber die anstehende Strommarktliberalisierung. In absehbarer Zeit werden auch die kleinen Kunden die Möglichkeit haben, ihre Elektrizitätslieferanten auszuwählen. Die Strompreise werden sinken. Ebenso werden die Gewinne der Versorger unter Druck geraten. Die Eniwa ist besonders exponiert, weil ihr Strompreis überdurchschnittlich hoch ist.

Die Auswirkungen der Strommarktliberalisierung thematisieren die beiden FDP-Einwohnerräte Martin Bahnmüller und Pascal Benz in einem parlamentarischen Vorstoss. Was für Aarau auf dem Spiel steht, zeigt das letzte Jahr: Damals liess sich die Stadt als Mehrheitsaktionär 5,7 Millionen Franken an Dividenden auszahlen (das entspricht etwa 9 Steuerprozenten). Laut den beiden FDP-Einwohnerräten zeigen Erfahrungen aus liberalisierten Märkten, dass sich die Quote von Kunden, welche den Lieferanten wechseln, mittelfristig bei ca. 10 Prozent jährlich einpendelt: «In dieser Konstellation ist zu befürchten, dass Eniwa kontinuierlich Kunden verliert.»

Verlieren Eniwa-Aktien an Wert?

Bahnmüller und Benz wollen etwa wissen: «Wie schätzt der Stadtrat die Wettbewerbsfähigkeit der Eniwa in einem liberalisierten Strommarkt ein?» Sie fragen weiter, ob und welche Massnahmen geplant seien, um die Wettbewerbsfähigkeit der Eniwa zu erhöhen. Und, das scheint die Kernfrage zu sein: «Wie könnten sich Erträge und Vermögen der Stadt Aarau im Falle einer Strommarktliberalisierung entwickeln?» (uhg)

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