Aarau

Schwesternhaus Aarau: «Wir sind überrascht, wie geordnet der Betrieb der Asylunterkunft funktioniert»

Im Gemeinschaftsraum der Asylunterkunft trafen sich Besucher und Bewohner am Tag der offenen Tür.

Im Gemeinschaftsraum der Asylunterkunft trafen sich Besucher und Bewohner am Tag der offenen Tür.

Die Reaktionen der Besucher auf die Asylbewerberunterkunft in der Südallee 22 fielen äusserst positiv aus. Der Betrieb der Unterkunft gestaltete sich bisher sehr ruhig.

Sie habe schon Bedenken gehabt, als die Eröffnung einer Asylunterkunft im ehemaligen Schwesternhaus beim Kantonsspital Aarau kommuniziert worden sei, sagte eine Anwohnerin.

Diese Bedenken haben sich in der Zwischenzeit gelegt. «Wir sind positiv überrascht, wie geordnet der Betrieb der Unterkunft funktioniert. Dazu sorgt auch der patrouillierende Sicherheitsdienst für ein Gefühl der Sicherheit, sowohl bei der Bevölkerung als auch bei den Asylbewerbern.»

97 Besucher wurden gestern Samstag von 10 bis 14 Uhr in der neuen Asylbewerberunterkunft in der Südallee 22 in Suhr begrüsst.

Zusammen mit Mitarbeitern des kantonalen Sozialdienstes öffnete Betreuerin Denise Werren zwei der insgesamt sechs Stockwerke im Hochhaus, die den Asylbewerbern zur Verfügung stehen, um der Öffentlichkeit einen Einblick in die Lebensbedingungen der Flüchtlinge zu ermöglichen.

Im ehemaligen Schwesternhaus steht jedem Asylbewerber ein eigenes, knapp bemessenes Zimmer mit Bett, Arbeitstisch, Kleiderschrank und Waschbecken zur Verfügung.

Untergebracht sind in der Unterkunft Frauen und Familien sowie Personen mit physischen und psychischen Problemen, die von der Nähe zum Kantonsspital profitieren können.

Die angereisten Besucher liessen sich ihre vielen Fragen am Tag der offenen Tür von den Mitarbeitern des Sozialdienstes ausführlich beantworten. Vereinzelt waren dabei auch kritische Stimmen zu hören.

Eine weitere Anwohnerin bleibt, obwohl sie bisher im Alltag noch mit keinen Asylbewerbern in Kontakt getreten ist, skeptisch gegenüber der Asylunterkunft.

«Gut ist, dass verschiedene Beschäftigungsprogramme für die Bewohner zur Verfügung stehen. So kommen sie nicht auf dumme Gedanken.»

Trotzdem werde die Unterbringung der Flüchtlinge in der Nähe des eigenen Wohnhauses eigentlich nicht gerne gesehen, sagte die Anwohnerin weiter, jedoch getraue sich dies niemand auszusprechen.

Dass es kritische Stimmen gegeben habe und es sie immer noch gibt, bestätigt auch Stephan Campi, Gemeinderat von Suhr.

«Die Skepsis ist allerdings nicht in Unmut umgeschlagen». Beispiele dafür sind aus dem Kanton Aargau bekannt.

Dass die neue Unterkunft in Suhr von einem überwiegenden Teil der Bevölkerung akzeptiert wird, führt Campi unter anderem auf eine offene und transparente Kommunikation zurück.

Roland Juen, Leiter Sektion Asyl beim kantonalen Sozialdienst, begrüsste die Tatsache, dass auch kritisch eingestellte Besucher den Weg in die Asylunterkunft gefunden haben.

«Das gibt uns die Möglichkeit, ihnen die Asylrealität darzulegen.»

Zurzeit sind 40 der insgesamt 70 Plätze in der Asylunterkunft belegt.

«Zu Konflikten ist es bis jetzt nicht gekommen», erklärte Denise Werren. In der Südallee 22 seien ruhige Personen untergebracht, die selbst viel Ruhe brauchten.

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