Gränichen
Schwerer Entscheid: Gränicher Kinder müssen künftig nach Suhr in die Schule

Gränichen Die Gemeindeversammlung hat einen klaren Entscheid gefällt: Die Bezirks-schüler werden ab Schuljahr 2014/2015 in Suhr unterrichtet.

Hubert Keller
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Kinder aus Gränichen haben künftig einen längeren Schulweg. (Symbolbild)

Kinder aus Gränichen haben künftig einen längeren Schulweg. (Symbolbild)

Der Entscheid sei emotional nicht leicht zu verkraften, meinte der für die Bildung zuständige Gemeinderat Peter Hofmann. Doch der Umbau der Volksschule auf 6 Jahre Primar und 3 Jahre Oberstufe lasse keinen anderen Entscheid zu. Gränichen fehlen die Schülerzahlen, um selber eine Bezirksschule führen zu können.

Und so wollte man den Entscheid nicht bis zum letztmöglichen Termin hinausschieben, sondern vorwärts machen. Bereits im Schuljahr 2014/15 sollen die Gränicher Bezirksschüler in Suhr unterrichtet werden. Peter Hofmann: «Mit jedem weiteren Schuljahr, das wir hätten durchhalten wollen, obwohl wir wissen, dass die Bez in Gränichen nicht zu halten ist, würde die Qualität der Schule leiden, die Qualität des Unterrichts und der Infrastruktur.»

Klarer Entscheid trotz Zweifel

Der Schulvertrag wurde mit 102 gegen 47 Stimmen bei einigen Enthaltungen deutlich angenommen, obwohl aus der Versammlungsmitte auch Zweifel geäussert worden waren: Ist Suhr parat? Ist der Schulweg sicher genug?

Kontroverser wurden die Kredite von insgesamt 7,6 Mio. Franken für die Sanierung des Bezirksschulhauses, das künftig Schulhaus Nord heissen soll, und den Neubau des Kindergartens Mitteldorf diskutiert.

Dass die Schulhäuser Refental und Vorstadt aufgegeben werden, fällt einigen Gränichern schwer zu akzeptieren. Zu reden gab auch der längere Schulweg, den einzelne Kinder werden unter die Füsse werden nehmen müssen.

Die Ortspartei der SP zeigte sich einverstanden dem Gesamtkonzept, das vor allem auch in ökologischer Hinsicht gut durchdacht sei. Bedenken äusserte die SP hinsichtlich der Grösse des Pausen- und Spielplatzes des Kindergartens.

Die SVP stellte den Antrag, den Kindergartenanbau mit Mehrkosten von 200 000 Franken vollständig zu unterkellern. Aus der Versammlung wurde zudem ein Rückweisungsantrag gestellt, der verlangte, dass den Stimmbürgern ein Gesamtkonzept über die Schulraumplanung zu unterbreiten sei.

Der Rückweisungsantrag wurde mit 97 gegen 46 Stimmen abgelehnt. Der Zusatzantrag der SVP zur Unterkellerung des Kindergartens scheiterte bei 67 Nein- gegen 64 Ja-Stimmen knapp.

In der Schlussabstimmung wurden die beiden Anträge des Gemeinderates gutgeheissen und die beantragten Kredite von 5 151 000 Franken für die Schulhaussanierung und 2 475 000 Franken für den Neubau des Kindergartens bewilligt; die Sanierung des Schulhauses mit grossem Mehr, der Neubau des Kindergartens Mitteldorf etwas knapper mit 89 gegen 65 Stimmen.

Von den 4695 Stimmberechtigten nahmen 182 (3,9 Prozent) an der Versammlung teil. Genehmigt wurden nebst den Rechnungen der Einwohnergemeinde die beiden Kreditabrechnungen für die Kanalisation Eifeld mit Ersatz der Werkleitungen für Wasser und Strom sowie für die Sanierung des Lindenplatzes.

Die Versammlung war einverstanden, dass die Gemeinderatsentschädigungen moderat angepasst werden. Fünf Einbürgerungsgesuche mit insgesamt 15 Personen wurden diskussionslos genehmigt.