Aarau

Schweizer Spitzenwert: Veloklau grassiert in der Stadt Aarau

Gemäss Statistik der Versicherung Baloise ist der Bahnhof die Anlaufstelle Nummer 1 für Velodiebe.

Gemäss Statistik der Versicherung Baloise ist der Bahnhof die Anlaufstelle Nummer 1 für Velodiebe.

Auf 1000 Versicherte verschwinden in Aarau 35 Velos – damit belegt die Aargauer Hauptstadt einen Spitzenposition im Land. Nur in Basel sind es mehr. In Aarau würden aber die meisten Velos wieder auftauchen, sagt Stadtpolizei-Chef Daniel Ringier.

Velofahrer aufgepasst: In Aarau sind die Langfinger besonders aktiv. Auf 1000 Aarauer Hausratsversicherte kommen 35 geklaute Velos, wie eine Diebstahlstatistik der Basler Versicherung Baloise zeigt. Die Anzahl entspricht dem Durchschnittswert der zwischen 2011 und 2015 erhobenen Zahlen.

Der Versicherer hat in seiner Statistik 140 Städte genauer unter die Lupe genommen, berichtet «20 Minuten». Aarau liegt gleichauf mit den Städten Thun und Biel. Nur in Basel werden mehr Velos geklaut: 36 Stück auf 1000 Versicherte mit einem Velo im Haushalt.

Vor allem Bahnhöfe betroffen

Gemäss der Statistik von Baloise schlagen die Velodiebe vor allem an Bahnhöfen und an öffentlichen Plätzen zu. Wo in Aarau am meisten Velos verschwinden, kann der Chef der Stadtpolizei Daniel Ringier nicht sagen. Aber: «Meist handelt es sich nicht um Diebstähle, sondern um eine sogenannte Entwendung zum Gebrauch.»

Will heissen: Der Lausbub schnappt sich das Velo, um von A nach B zu fahren. Würde er es in der Absicht entwenden, das Velo weiterverkaufen zu wollen, würde er sich des Diebstahls schuldig machen. Dass dies aber selten der Fall ist, würden die Zahlen belegen: «Ein recht grosser Teil aller entwendeten Velos und Motorfahrräder taucht wieder auf», sagt Ringier. «Meist werden die Velos irgendwo im öffentlichen Raum abgestellt.»

Im letzten Jahr wurden der Stadtpolizei Aarau 361 Velos und Mofas als gestohlen gemeldet. Im selben Jahr tauchten 336 Velos wieder auf. Ein Jahr zuvor wurden 403 Drahtesel als gestohlen angezeigt. Immerhin 279 wurden wieder gefunden.

Nicht alle Velos finden jedoch wieder nach Hause. «Viele Besitzer kennen die Rahmennummer ihres Velos nicht. Deshalb können wir sie nicht immer zweifelsfrei einer Verlustmeldung zuordnen», sagt der Chef der Stadtpolizei.

Solche Velos werden nach einem halben Jahr an einen Velohändler weiterverkauft. «Ohne Gewinn», wie er betont. Länger könnten die Velos kaum gelagert werden. «Dies würde unsere Kapazität übersteigen. Wir haben schnell einmal 100 bis 150 Velos bei uns im Keller stehen.»

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