Er ist zwar bereit 24 Jahre alt, würde aber gerne noch in die RS gehen – wenn man ihn denn liesse. Der Türke Mehmet Bilgin möchte in Buchs eingebürgert werden. Doch der Gemeinderat empfiehlt auf Antrag der Einbürgerungskommission Ablehnung des Antrages. Ebenso bei der Türkin Fulden Funda Yilmaz (25). Er ist Schreiner, sie Zeichnerin mit Fachrichtung Ingenieurbau.

Er lebt seit 17 Jahren in der Schweiz, sie seit Geburt. Beide sind in den Augen der Einbürgerungskommission mangelhaft integriert. Sie stellt fest, dass die beiden Antragssteller sich nicht gut auskennen, über Geschehnisse und Anlässe in der Region nicht Bescheid wissen.

Im Gegensatz zu Fulden Funda Yilmaz wagte Mehmet Bilgin am Freitag den Schritt an die Öffentlichkeit und kämpft so für seine Einbürgerung an der Einwohnerratssitzung vom 20. Juni. Er erklärte auf "Tele M1", er habe an der Befragung ein Blackout gehabt. «Ich wusste die Fragen einfach nicht», sagte Mehmet Bilgin und erzählte von Tränen an der Prüfung. Auf die Frage nach einem typischen Schweizer Sport habe er etwa nicht mit Schwingen geantwortet, weil ihm die Sportart entfallen sei.

Seit 2010 in Buchs

In Buchs sei er nicht so stark verankert, weil er erst seit 2010 dort lebe und vor allem in Gränichen aufgewachsen wäre. Der Gemeinderat hatte ihm geschrieben: «Es machte den Anschein, als ob sie in Buchs keine Kontakte pflegen.»

Mehmet Bilgin wäre gerne ein Vorzeigeschweizer: «Ich würde in der Schweiz Militär machen. Ich würde gerne die Schweiz schützen, wenn einmal etwas passieren sollte.»
Ob er das Blatt noch wenden kann? Für den Gemeinderat Buchs ist der Fall klar: Mehmet Bilgin kennt das Leben hier zu wenig und hat nicht ausreichende staatsbürgerliche Kenntnisse. «Einzig die sprachliche Integration ist gegeben.» (uhg/mwa)