Kraftsport

Schweizer Meister im Armdrücken holt Elite nach Aarau – auch der Weltmeister ist vor Ort

Der Reinacher Martin Märki zählt zu den besten Armdrückern im Land. Nun hat das Kraftpaket für alle Gleichgesinnten in der Aarauer Markthalle ein Turnier organisiert. Am 22. August ebenfalls mit von der Partie? Der Weltmeister aus Polen.

Aus ganz Europa kommen sie am 22. August für ein Turnier nach Aarau; Junioren, Erwachsene, Leicht- und Schwergewichte, Links- und Rechtshänder, Rollstuhlfahrer und sogar der amtierende Weltmeister: Armdrücker Martin Märki weiss, wie man in seiner Sportart mobilisiert.

«Ich habe das Armdrücken bald vermisst»

Vor zwei Jahren hat der 37-jährige Reinacher nach fünf Schweizer Meistertiteln mit dem Armdrücken eigentlich aufgehört, nachdem sein Club aufgelöst worden ist. «Doch ich habe es bald vermisst», erzählt Märki. Vor ein paar Monaten schliesslich hat er sich ein Herz gefasst und einen eigenen Verein gegründet: die ASC Eagles. Just, als die Bewilligung für das Vereinslokal in Reinach eintraf, kam das schnell voranschreitende Projekt jäh zum Halt.

Dank Schutzkonzept mit Masken und Desinfektionsmitteln können die Eagles nun doch noch in ihrem Lokal mit dem Training beginnen. Trotz Covid-19 hat Märki in Reinach und Umgebung auf Anhieb 16 Clubmitglieder gefunden. Sie bezahlen nach einem Probemonat 300 Franken im Jahr an die Umkosten, gehen zweimal pro Woche ins gemeinsame Training. Neben der Lokalmiete leistet sich der Club mit dem Geld etwa eigene Trainingsgeräte. «Die haben wir selbst entwickelt», sagt Märki stolz und erklärt eine Zugmaschine, die mit dem typischen Handgriff des Armdrückers bezwungen werden will.

An den Wänden des Lokals türmen sich Hunderte Medaillen und Pokale, die von bereits erzielten Erfolgen erzählen. Kurz nach dem Interview erreicht ein SMS den Redaktor: «Am Samstag bei einem Turnier in Willisau wieder alles abgeräumt!»

Neben einem Bizeps hilft vor allem die Technik

Videos auf der Facebook-Seite der Eagles lassen die Wucht erahnen, mit der Märki seine Konkurrenten im Ernstkampf überrumpelt: Neben einem grossen Bizeps helfen Märki vor allem seine Technik und sein horrendes Reaktionsvermögen – oft hat der Schiedsrichter die Handbewegung zur Freigabe des Kampfs noch gar nicht abgeschlossen, da knallt der Handrücken von Märkis Gegner schon aufs Kissen. «Ich war schon auf der ganzen Welt an Turnieren», erzählt er. Sein Highlight war Las Vegas: «8000 Zuschauer und 2500 Sportler, das war der Wahnsinn!»

Nun also das Turnier in Aarau, auch für dieses ist Märki gerade dabei, ein Schutzkonzept auszuarbeiten. Mitte Juli hatten sich bereits 150 Sportler aus zahlreichen Ländern angemeldet. Mitmachen kann fast jede und jeder, dafür sorgen zehn Kategorien.

Ähnlich wie bei vielen Läufen kann man sich kurz vor dem Start einschreiben. Speziell sind die zwei Kategorien für Behindertensportler, die ebenfalls zahlreich vertreten sein werden: «Da ist Armdrücken sehr beliebt, weil der Einstieg für viele im Vergleich zu anderen Sportarten relativ leicht ist», erklärt Märki.

Dem Sieger winken... 200 Franken

Geld verdienen will der Verein mit dem Turnier am 22. August in der Markthalle Aarau keines. «Mir geht es vor allem darum, einen für Zuschauer unterhaltsamen Anlass zu veranstalten, der unsere Sportart den Leuten näher bringt», sagt Märki.

Dafür sorgen sollen unter anderem auch Bar- und Essstand, Musik und ein Spass-Armdrücken. Das Turnier startet um 15 Uhr, in die finalen Runden geht es etwa um 18 Uhr. Dem Sieger winken 200 Franken. «Die wird dann wohl der Weltmeister aus Polen holen», sagt Martin Märki und schmunzelt.

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