Aarau
Schulzimmer bald inmitten von Fabriken? Provisorium im Dreier-Gebäude rückt einen Schritt näher

Der Kreisschulrat Entfelden zeigt sich vom Schulprovisorium bei GE/Dreier überzeugt. Die Anpassungen dürften bis zu einer Million kosten.

Daniel Vizentini
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Zwei Geschosse könnten zum Schulprovisorium werden, die Wiese zum Pausenplatz.

Zwei Geschosse könnten zum Schulprovisorium werden, die Wiese zum Pausenplatz.

Urs Helbling

Das Schulprovisorium im leerstehenden Bürogebäude des Transportunternehmens Dreier (bisher GE) ist einen kleinen Schritt näher gerückt: An der Kreisschulratssitzung diese Woche stellte unter anderem Kreisschul- und Gemeinderätin Priska Ott-Schmitt klar: Der Gemeinderat von Oberentfelden erachtet das Gebäude im Industriegebiet als «sehr geeignet für Schulräume» und wünscht sich weitere Detailabklärungen bis gegen Ende Februar.

Unter anderem geht es um die genauen Kosten. Zwar geht man nach einer Grobkalkulation von rund einer Million Franken aus, die für die Umwandlung der Büros in Schulzimmer nötig wären, inklusive Möblierung. Aber wie hoch Miete und Nebenkosten für die Räume ausfallen würde, ist noch Teil von Verhandlungen.

Hanspeter Dreier, der neue Besitzer des Gebäudes, sei auf jeden Fall sehr an einer Vermietung interessiert und habe sich auch schon bereiterklärt, bei verschiedenen Umbauten Hand zu bieten, sagte Gesamtschulleiter Darius Scheuzger. Unter anderem wäre ein neuer Zugang zum Gebäude über die grosse Wiese auf der Seite der WEZ-Fabrik geplant, damit Schulkinder und die Lastwagen des Transportunternehmens einander nicht in die Quere kommen. Auf der anderen Seite des Gebäudes befinden sich Parkplätze und die Zufahrt zu den Industriehallen.

Platz für acht Schulzimmer samt Gruppenräume

Laut ersten Abklärungen nach einem Besuch im Gebäude im letzten Jahr, sind die Räume gut drei Meter hoch und lichtdurchflutet. Darius Scheuzger zeigte eine mögliche Neuaufteilung der ehemaligen Grossraumbüros: Pro Stockwerk könnten vier grosse Klassenzimmer von mindestens 72 Quadratmetern eingebaut werden, dazu je ein Gruppenraum, entsprechend den Anforderungen des neuen Lehrplans 21. Auch Platz für ein Lehrerzimmer wäre vorhanden.

Für das Aufteilen in die vielen Zimmer sowie den Einbau eines Zwischengangs müssten einige Wände neu errichtet werden. Wer welchen Anteil der Kosten für diese Neueinrichtung genau übernehmen würde – die Kreisschule oder Vermieter Dreier – wird ebenfalls noch diskutiert. Unklar ist auch, wer etwa für die Reinigung zuständig wäre.

Die Schule hat im Sinn, zwei Stockwerke des Gebäudes als Schulraumprovisorien zu mieten. Wer in die anderen Geschosse einziehen würde, ist nicht bekannt. Bei einem raschen Umbau könnte bereits ab Sommer dort unterrichtet werden. Die Pläne für eine Aufstockung des blauen Oberstufenschulhauses und einen Anbau an der Primarschule in Unterentfelden laufen nach der Genehmigung der beiden Projektierungskredite im September parallel dazu weiter. Eine Volksabstimmung dazu wird noch dieses Jahr erwartet.

Ein Pavillon ist im Aufbau, ein weiterer neu genehmigt

Unterdessen wird auf dem Schulareal Erlenweg gerade ein weiterer Container-Pavillon aufgestellt (AZ von gestern). Er soll im März möbliert und im Mai bezogen werden.

An der Sitzung genehmigten die Kreisschulräte zudem einstimmig den Bau eines weiteren Provisoriums, dieses Mal an der Unterentfelder Roggenhauserstrasse. Zwei zusätzliche Schulzimmer für die Primarschule und ein Gruppenraum werden dort ab Sommer benötigt, dazu fehlen auch Neben- und Büroräume für die Lehrpersonen. Der Bau soll samt Ausstattung 898000 Franken kosten und laut Plan für mindestens zehn Jahre benützt werden.