Küttigen/Rombach
Schulprojekt: Claudia de Weck wirbt fürs Schreiben

Ein Schulprojekt zeigt Schülerinnen und Schülern, wie Literatur entsteht. Nach den Herbstferien soll jedes Kindergarten- und Schulkind in Rombach und Küttigen mindestens einem Autor oder einer Autorin persönlich begegnen.

Anja Höchle
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Zwei Primarschüler der Schule Rombach-Küttigen sind in ein Buch vertieft – keine Selbstverständlichkeit. hoe

Zwei Primarschüler der Schule Rombach-Küttigen sind in ein Buch vertieft – keine Selbstverständlichkeit. hoe

Das Projekt nennt sich «Literatur macht Schule» und wird von den beiden Kulturverantwortlichen der Schule Küttigen-Rombach, Regine Suter und Martina Spielmann, organisiert. Während eines halben Jahres sind altersgerechte Lesungen und Workshops mit Autoren und Autorinnen geplant.

Für den Kindergarten wurde Claudia de Weck eingeladen, Verena Eggermann für die Erst- und Zweitklässler und ab der dritten Klasse Thomas Sbampato und Svenja Herrmann. Der Slam-Poet Kilian Ziegler besucht die Oberstufe. Die Professionellen werden erklären, wie eine Geschichte, ihre Figuren und die dazugehörenden Bilder entstanden sind.

Schüler zum Selbsttun ermuntern

Ziel des Literaturprojektes ist es, dass die Kinder neben dem Zuhören auch zum Mitgestalten und Selbererfinden, Selberschreiben und Selber-Slamen angeregt werden. «Die Kinder dürfen nicht das Gefühl haben, dass Leute, die Literatur schaffen, auf einem unerreichbaren Podest sitzen. Ihnen soll vermittelt werden, dass jedes Sätzchen, das sie selber hervorbringen, etwas Wertvolles ist», so Suter. Für die Organisatorinnen, die beide Lehrerinnen der örtlichen Schule sind, ist die Nachhaltigkeit des Projektes relevant. Deshalb wurde es bewusst so vorbereitet, dass in den Workshops die Mitarbeit der Schüler und Schülerinnen gefragt ist. Dadurch sollen sie zu weiterem Selbstttun ermuntert werden.
Stufengerechte Anpassung
Wenn das Thema und die Art der Literatur stufengerecht angepasst sind, schätzen die beiden Kulturverantwortlichen das allgemeine Interesse an der Literatur hoch ein. Es sei jedoch klar, dass Literatur nicht immer einfach ist. «Lesen ist etwas, das man meistens alleine tut, was anstrengend und nicht immer spannend ist. Vor allem, wenn unsere Gesellschaft so viel Ablenkung durch verschiedenste Multimediageräte bietet. Wenn wir die Kinder und Jugendlichen beim Buch behalten wollen, müssen wir etwas dafür tun», erklärt Suter. Grundsätzlich sei es wichtig, Kultur an den Schulen zu vermitteln, da der jungen Generation oft die alltägliche Begegnung mit kulturellen Schätzen fehle. Damit im Erwachsenenleben ein Interesse haften bleibt, ist es laut Spielmann wichtig, dass man mit Kulturvermittlung möglichst früh beginne und diese bis in die Oberstufe durchziehe.

Das Literaturprojekt wird finanziell wie auch beratend von «Kultur macht Schule» unterstützt. Dies ist ein Programm des Departementes für Bildung, Kultur und Sport des Kantons Aargaus, das für die Kulturvermittlung an den Schulen zuständig ist. Spielmann rühmt den Kanton Aargau diesbezüglich als nationaler Vorreiter und Vorbild.