Aarau

Schulhaus-Millionen wachsen mit den Schülerzahlen

Das originelle Spielhaus genügt nicht, das Primarschulhaus muss mit einem Neubau erweitert werden. Kel

Das originelle Spielhaus genügt nicht, das Primarschulhaus muss mit einem Neubau erweitert werden. Kel

Das Primarschulhaus Schachen in Aarau muss erweitert und saniert werden. Der Stadtrat beantragt einen Projektierungskredit über 830 000 Franken.

«Die Aargauer Stimmbürger haben im März 2012 der Änderung des aargauischen Schulmodells zugestimmt…»

So oder ähnlich lesen sich fast alle Einleitungen zu Schulvorlagen. Und diese folgen sich schon fast im Halbjahrestakt. Das ist auch bei der Primarschule Schachen so.

Auf 6,5 Millionen Franken schätzt der Stadtrat die Kosten für deren Erweiterung und Sanierung. Vorerst geht es aber nur um einen Projektierungskredit über 830 000 Franken, den der Stadtrat dem Einwohnerrat an der Sitzung vom 23. März beantragt.

Auslöser der hektisch anmutenden Schulraumplanung ist auch das neue Schulmodell. Doch die zuständige Stadträtin, Franziska Graf-Bruppacher, relativiert: «Wäre das neue Schulmodell der Grund für den Schulraumbedarf, müssten wir keine neuen Kindergärten bauen. Zusätzlicher Schulraum wird primär aufgrund des Bevölkerungswachstums und des wachsenden Kinderanteils benötigt.»

Im Primarschulhaus Schachen werden gegenwärtig sechs Abteilungen unterrichtet. Mit den nötigen Optimierungen könnte das Schulaus maximal acht Abteilungen beherbergen, schreibt der Stadtrat. Die Schülerprognosen zeigten aber auf, dass ab Schuljahr 2023/24 mit zwölf Abteilungen zu rechnen sei. Bereits im Schuljahr 2018/2019 rechnet der Stadtrat mit 10, ein Jahr später mit 11 Abteilungen im Primarschulhaus Schachen. Es braucht also zusätzliche Räume für mindestens vier Abteilungen. Gleichzeitig soll das bestehende Schulhaus saniert und den strengeren Vorschriften in Sachen Behindertengerechtigkeit, Brandschutz und Erdbebensicherheit angepasst werden. Auch die energetischen Anforderungen sind gestiegen.

Vor einem Jahr hat der Stadtrat beschlossen, auf provisorische Bauten aus Gründen der Wirtschaftlichkeit zu verzichten. Der Neubau soll deshalb realisiert werden, noch bevor ihn die wachsenden Schülerzahlen nötig machen. Das heisst: Während der etappenweisen Sanierung des Altbaus kann ein Teil des Unterrichts in den noch nicht beanspruchten Räumlichkeiten des Erweiterungsbaus erteilt werden. Der Stadtrat geht davon aus, dass im zweiten Quartal 2017 mit den Bauarbeiten am neuen Schulhaus begonnen wird. Mit der Instandstellung des bestehenden Gebäudes würde nach Fertigstellung des Neubaus ein Jahr später, also im dritten Quartal 2018 begonnen. Wiederum ein Jahr später würden die Arbeiten abgeschlossen.

Rollende Planung

Franziska Graf bestätigt: Die Schulraumplanung ist in Aarau eine rollende Planung. «Bereits 2011 und 2012 seien die Möglichkeiten von Anbauten und Verschiebungen der Schulkreise ausgelotet worden. «Mit der Aktualisierung der Schülerprognosen hat der Stadtrat im August 2013 auch den Bedarf einer Erweiterung des Primarschulhauses Schachen zur Kenntnis genommen.» Im vergangenen Jahr habe sich der Bedarf bestätigt. «Als direkte Folge liegt nun dem Einwohnerrat die Vorlage zum Projektierungskredit Erweiterung und Sanierung Primarschule Schachen vor», erklärt Stadträtin Graf.

Beim Schachenschulhaus, das 1967 realisiert wurde, stellt sich auch die Frage, ob schadstoffhaltige Baumaterialien eingesetzt wurden, die nun aufwendig entsorgt werden müssen. Franziska Graf gibt Entwarnung: «Das Primarschulhaus ist asbestfrei.» Dies sei von der Abteilung Liegenschaften abgeklärt und von Fachleuten bestätigt worden.

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