Aarau
Schüler dürfen nicht auf der Treppe des Telli sitzen

Die Berufsschüler kaufen ihr Mittagessen im Telli, zum Essen aber fehlt der Platz. Wer sich allerdings hier niederlässt, sitzt nicht lange. Der Sicherheitsdienst Securitas will sie da nicht haben und weist sie weg. Nicht alle sind davon begeistert.

Heidi Hess (Text und Fotos)
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Nico Lüthi (links) und Konstantin Wyss beim Mittagessen im Telli. Auf der Telli-Treppe dürfen sie nicht sitzen.

Nico Lüthi (links) und Konstantin Wyss beim Mittagessen im Telli. Auf der Telli-Treppe dürfen sie nicht sitzen.

Heidi Hess

Montag, kurz nach 12 Uhr: Die Schülerinnen und Schüler der benachbarten Berufsschule Aarau strömen in grosser Zahl ins Einkaufszentrum Telli in Aarau. Sie kaufen sich hier ihr Mittagessen und essen es meist vor Ort - im und um das Einkaufscenter. Manchmal gehen sie bei schönem Wetter bis an die Aare. Vielen aber genügt die Treppe beim Haupteingang des Telli. Die Stufen sind flach und breit, bei trockenem Wetter eine ideale Sitzgelegenheit.

«Wir scheuchen niemanden weg»

Wer sich allerdings hier niederlässt, sitzt nicht lange. «Auf der Treppe darf niemand sitzen», sagt Sandro Knaus vom Hausdienst. Wer es trotzdem versuche, werde von einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes Securitas höflich darauf aufmerksam gemacht, die Treppe zu verlassen. «Wir wollen die jungen Leute sicher nicht wegscheuchen», sagt Knaus. Sie seien auch Kunden des Einkaufszentrums. Es handle sich zum einen aber um eine Rücksichtnahme gegenüber älteren Leuten, die auf das Geländer angewiesen seien. Zum anderen müssten der einfache Zugang und eine gewisse Ordnung im Einkaufszentrum für alle Kundinnen und Kunden gewährleistet sein.

Vor kurzem habe man deshalb im Einkaufszentrum Bänke beim Haupteingang sowie beim hinteren Eingang rund um die Säulen installiert. Sitzgelegenheiten stünden den picknickenden Berufsschülern auch im oberen Stock zur Verfügung.

Die Jungen tragen zum Umsatz bei

Zu wenig seien es, finden allerdings Nico Lüthi (19) und Konstantin Wyss (18). Die beiden haben an diesem regnerischen Montag einen Platz im hinteren Teil des Einkaufscenters ergattert und teilen sich Aufschnitt und Brot. «Wir essen am Mittag fast immer hier», sagen sie. So wie viele zwischen 12 und 13 Uhr. Lediglich bei schönem Wetter würden sie ihren Lunch einpacken und an die Aare gehen. «Wenn das Geld reicht», nennt Wyss eine weitere Alternative, «leisten wir uns auch mal einen Dürüm oder einen Kebap.»

Während Wyss nicht mal wusste, dass man nicht auf der Treppe beim Eingang sitzen darf, wurde Lüthi auch schon weggeschickt. Dafür hat Wyss nur bedingt Verständnis. «Wir sind doch auch Kunden - und nicht mal wenige», sagt er. Er gehe davon aus, dass die Läden im Einkaufszentrum auch dank den Berufsschülern einen beträchtlichen Umsatz machen würden.

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