Schule Entfelden
23 Millionen Franken für die Aufstockung bewilligt – jetzt entscheidet das Volk

Der Kreisschulrat bewilligte den Kredit für die Erweiterung des blauen Oberstufenschulhauses. Zu Diskussionen führte nur die Besoldung des künftigen Vorstands, der Schulpflege und Kreisschulrat ersetzen wird.

Daniel Vizentini
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Das blaue Oberstufenschulhaus in Oberentfelden soll saniert werden und zwei zusätzliche Etagen erhalten.

Das blaue Oberstufenschulhaus in Oberentfelden soll saniert werden und zwei zusätzliche Etagen erhalten.

Britta Gut (2.11.2020)

Überraschungen gab es nicht: Der Kreisschulrat Entfelden genehmigte den beantragten Kredit von 23 Millionen Franken für den Ausbau der Oberstufe. Darin enthalten ist die Sanierung und Doppelaufstockung des blauen Schulhauses sowie die Miete von zwei Etagen im GE/Dreier-Bürogebäude als Schulraumprovisorium während fünf Jahren.

15 von 17 Ratsmitgliedern waren anwesend, 12 stimmten Ja, drei enthielten sich. Wie erwartet wagte niemand, sich gegen das Projekt zu stellen. Zumal auch nicht viele Argumente zum dagegenhalten übrig blieben: Eine Arbeitsgruppe befasste sich während Jahren mit der Schulraumerweiterung und kam zum Schluss, dass die Doppelaufstockung des Oberstufenschulhauses punkto «Sinnhaftigkeit und Kosteneffizienz» die beste Lösung ist. Kreisschulrat Reto Suter plädierte entsprechend dafür, der Arbeitsgruppe, in der Profis involviert waren, zu vertrauen.

Ein Antrag der Oberentfelder Kreisschulräte Dieter Aranyi und Manuela Lüthi, die Entscheidung über den Kredit auf das nächste Jahr zu vertagen, wenn statt Kreisschulrat und Schulpflege der neue Schulvorstand die Verantwortung über die Schule übernimmt, wurde mit ähnlichem Stimmenverhältnis verworfen: 12 waren dagegen, 2 dafür, einer enthielt sich. Der Gemeinderat von Unterentfelden steht einstimmig hinter dem Vorhaben, derjenige von Oberentfelden mehrheitlich.

15 Millionen Franken kostet die Doppelaufstockung, 4,38 Millionen die Sanierung der bisherigen Zimmer, 2,15 Millionen die Miete bei GE/Dreier.

15 Millionen Franken kostet die Doppelaufstockung, 4,38 Millionen die Sanierung der bisherigen Zimmer, 2,15 Millionen die Miete bei GE/Dreier.

Schule Entfelden

Die erste Hürde ist geschafft, definitiv ist der Beschluss aber noch nicht: Am 28. November stimmt die Bevölkerung beider Entfelden über den Kredit ab. «Tragt diesen Entscheid nach aussen», sagte die Unterentfelderin Kreisschulrätin Gerda Amberg zum Schluss, «erklärt die Vorlage den Stimmbürgern». Ein Debakel wie 2014, als der Neubau des Schulhauses Erlenweg 2 an der Urne verworfen wurde, soll auf jeden Fall verhindert werden.

Das Schulhaus heute.

Das Schulhaus heute.

Das Schulhaus in vier Jahren?

Das Schulhaus in vier Jahren?

Links das Schulhaus heute, recht die Visualisierung, wie es künftig aussehen könnte.

Neuer Schulvorstand erhält 50'000 Franken

Einstimmig bejaht wurden 100'000 Franken für neues Mobiliar im Schulhaus Erlenweg. Diskussionen gab es beim Schulbudget fürs nächste Jahr, genauer genommen bei der Entschädigung des künftigen Schulvorstandes. Bisher erhielt die Schulpflege (fünf Mitglieder) jährlich 65'000 Franken, der Kreisschulrat (17 Mitglieder) 6500 Franken, also zusammen 71'500. Beide Gremien werden Ende Jahr abgeschafft. Als Ersatz übernehmen Gemeinderäte und Schulleitung mehr Aufgaben, dazu entsteht ein Schulvorstand mit sieben Mitgliedern, drei davon Gemeinderäte.

Dieser sollte laut der Oberentfelder Finanzverwaltung, die das Schulbudget zusammenstellte, total 35'000 Franken erhalten. Die Schulpflege hingegen empfahl eine Entschädigung von 91'000 Franken. Oberentfelden bestand auf die 35'000, mit 13 zu 2 Stimmen obsiegte am Schluss aber ein Vorschlag vom Gemeinderat Unterentfelden, der die Entschädigung mindestens im ersten Jahr auf 50'000 Franken festsetzten wollte.

Dank einer attraktiven Entschädigung sollen «gute und engagierte Personen» für das neue Gremium angelockt werden, hiess es. Gerade im ersten Jahr werde es um die 20 Sitzungen geben. In den Jahren danach könne eine Kostensenkung evaluiert werden.

Neu 1555 Schulkinder, Tendenz weiter steigend

Das neue Gremium wird verantwortlich für eine Schule mit 280 Mitarbeitenden sein, «das ist wie ein mittelgrosses Unternehmen», sagte Schulleiter Darius Scheuzger. 1555 Kinder und Jugendliche gehen heute in Entfelden in die Schule, gestartet war das Schuljahr mit 1536.

«Seit zwei Wochen explodieren die Schülerzahlen weiter nach oben.»

Auch die pessimistischste Prognose sei damit übertroffen worden, die Schulraumbeschaffung deshalb noch dringender. Neu führt die Schule Entfelden 82 Klassen, davon neu 38 in der Primar- und 8 in der Bezirksschule. «Entfelden ist damit ein kräftiger Standort», informierte Darius Scheuzger weiter.

Mitte Oktober startet in Oberentfelden ein Regionaler Integrationskurs (RIK) für ausländische Schulkinder. In der Region gab es das bisher nur in Aarau. Im Unterentfelder «Rössli» seien neu 23 Schulkinder einquartiert worden, darunter einige unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA).

Zwei weitere Innovationsprojekte stehen in der Schule an, etwa die Einführung von Lernwaben in der Unterstufe oder den Einsatz von Zivildienstleistenden in den Klassen als Unterstützung. Darius Scheuzger informierte noch über den grossen Wasserschaden im Unterentfelder Doppelkindergarten Moosacker: Nach den Herbstferien wird eine Klasse mit Schulbus nach Oberentfelden an den Standort Pappelweg gefahren werden müssen – die Kosten dafür werden von der Versicherung getragen –, die andere Klasse weicht ins Schulhaus Feld aus.

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