Meiereien: Schuld ist der Adventskalender (24.12.2009)
Schuld ist der Adventskalender

Die tägliche Portion Meiereien aus der Aargauer Zeitung.

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Weihnachtsgeschenk

Weihnachtsgeschenk

Keystone

IST DOCH jedes Jahr das Gleiche: Die allerbesten Geschenkideen hat man am Nachmittag des 24. Dezembers - leider zu spät. Etwa zu diesem Zeitpunkt wird einem auch klar, welches Weihnachtsmenü das ideale gewesen wäre - leider zu spät. Exakt am 24. entdeckt man auch die Dekoration, die genau gepasst hätte, die gläsernen Kugeln, die Engel aus Ton - leider zu spät. Dazu kommt der gewaltige Zeitdruck: Alles Weihnachtliche muss bis zum Abend des 24. fertig sein und erst noch möglichst perfekt; und das schafft bekanntlich nicht nur gute Stimmung.

DER BEFUND ist eindeutig und klar: Weihnachten ist einfach zu früh. Wäre das Fest zwei bis drei Tage später, hätte man alle diese Probleme nicht. Zum Beispiel der 27. Dezember wäre doch ideal. Dann hätte man ein kompaktes Festtagspaket. Man hätte genügend Zeit und alles wäre viel friedlicher. Da fragt man sich natürlich schon, warum der Heilige Abend denn ausgerechnet auf den 24. Dezember gelegt worden ist. Das riecht doch ziemlich nach Willkür.

ES GIBT EINE - allerdings unbestätigte - Theorie, die besagt, dass die mächtige Adventskalenderlobby schuld daran ist, dass der Heilige Abend am 24. Dezember stattfindet. Denn die haben glaubhaft behauptet, mehr als 24 Fensterchen oder Türchen oder was auch immer hätten auf einem Adventskalender nicht Platz. Mehr als 24 seien unmöglich. Daher sei der 24. Dezember das einzig richtige Datum. Offensichtlich hat dieses Argument überzeugt. Wenn es sich wirklich so ereignet hat. Also denkbar und einleuchtend wäre es schon. Andrerseits: Wenn Sie bis hierher gelesen haben, dann ist es vielleicht bei Ihnen doch nicht ganz so schlimm mit dem 24. Frohe Weihnachten!

joerg.meier@azag.ch