Küttigen

Schub für die Gesundheitsversorgung – allerdings anders als vor anderthalb Jahren geplant

Die Visualisierung zeigt die beiden geplanten Gebäude (Mitte).

Die Visualisierung zeigt die beiden geplanten Gebäude (Mitte).

Nicht einer, sondern zwei Gesundheitshotspots sowie eine Demenzwohngruppe könnten in Küttigen entstehen. In eines der beiden Häuser soll die Praxis Rodriguez und eine Wohngruppe für Demenzkranke ziehen. Wer das zweite Gebäude belegt ist unklar.

Im Juni letzten Jahres gab eine Gruppe Küttiger Gesundheitsdienstleister bekannt, dass sie einen Neubau auf der Wiese hinter dem Restaurant Traube plant – ein Gesundheitszentrum mit Zahnarzt (Praxis Bornand), Hausarzt (Praxis Rodriguez), Spitex Aare Nord, Top-Pharm-Apotheke und Physiotherapie Benz. Nun liegt ein Baugesuch auf. Allerdings ist alles etwas anders als noch vor knapp anderthalb Jahren.

«Im November 2019 haben wir Beteiligten nach internen Diskussionen erkannt, dass wir uns nicht einig werden», sagt der Küttiger Hausarzt Daniel Rodriguez. «Danach hat sich die Gruppe aufgelöst.» Daniel und Barbara Rodriguez halten mit ihrer Praxis als einzige der ursprünglichen Gruppe am Projekt fest. Sie werden im Neubau Mieter sein – Investorin ist die Immozins AG aus Zürich.

Zwei Wohnungen mit 18 Demenzplätzen

Geplant sind zwei Häuser in Holzelementbauweise. «Die Zufahrt für den Autoverkehr erfolgt von der Hauptstrasse aus», heisst es im Projektbericht. «Dem grossen Parkplatzbedarf wird Rechnung getragen durch den neu gestalteten Parkplatz sowie zwei Autoeinstellhallen, welche rollstuhlgängig sowohl vom Restaurant wie auch vom Gesundheitszentrum erreicht werden können.»

Die Bauprofile entlang der Nüberichstrasse.

Die Bauprofile entlang der Nüberichstrasse.

Im einen der beiden Häuser wird die Praxis Rodriguez das Erdgeschoss belegen. Im zweiten und dritten Obergeschoss entsteht eine Wohngruppe für Demenzkranke. Betrieben wird sie von Nenad Spasojevic, der nach eigenen Angaben in Meilen ZH bereits ein ganz ähnliches Projekt erfolgreich mit aufgebaut hatte. Vorgesehen sind neun Einzelzimmer auf jedem Stockwerk, wobei zwei Zimmer auch als Doppelzimmer für ein Ehepaar ausgestaltet werden könnte. «Die Bewohner können sich innerhalb der Wohngruppe frei bewegen, die Wohnung aber nicht selber verlassen», erklärt der künftige Betreiber.

«Sie sind rund um die Uhr betreut. Wir waschen und kochen innerhalb der Wohngruppe selber; die Bewohnerinnen und Bewohner dürfen mithelfen, soweit sie können und wollen.» Für die künftigen Klienten wird ausserdem ein Demenzgarten erstellt, in dem sie sich frei bewegen können, ohne dass die Gefahr besteht, dass sie weglaufen. Das Angebot richtet sich an Menschen aller Pflegestufen, sofern sie eine demenzielle Erkrankung haben. Spasojevic und Rodriguez sind überzeugt, dass das Angebot, welches es so in Küttigen noch nicht gibt, auf grosse Nachfrage stossen wird.

Zunehmende Nachfrage nach hausärztlicher Betreuung

Wer im zweiten Gebäude einzieht, ist noch unklar; es hat ausschliesslich Gewerbeflächen. «Es laufen diverse Gespräche», sagt Rodriguez. Er und seine Frau hoffen, per Ende 2022 mit ihrer Praxis in den Neubau ziehen zu können. Denn die Räumlichkeiten der Praxis Haldemann, die sie vor drei Jahren übernommen haben, stossen an ihre Kapazitätsgrenzen – zumal im April noch eine dritte Hausärztin zum Team dazugestossen ist. «Damit kann der zunehmenden Nachfrage nach hausärztlicher Betreuung in der Gemeinde Rechnung getragen werden», so Rodriguez.

Wird das «Jura» zum Gesundheitszentrum?

Derweil heisst es im Dorf, dass die ehemaligen Partner des Ehepaars Rodriguez erwägen, in den geplanten Neubau an Stelle des ehemaligen Nachtclubs Jura zu ziehen. Es würden dann zwei Gesundheitshotspots in Küttigen entstehen. Das «Jura»-Projekt der Arealeigentümer MAIER Partner GmbH und Husistein & Partner AG lag im Frühsommer öffentlich auf.

Es sieht zwei längliche Baukörper mit 20 Wohnungen, Tiefgaragen und 600 Quadratmetern Gewerbefläche vor. Man sei an der Bearbeitung der Einsprachen und zuversichtlich, diese in absehbarer Zeit erledigen zu können, sagt Marcel Maier, Inhaber und Geschäftsführer der MAIER Partner GmbH. Er bestätigt, dass bezüglich der geplanten Gewerbeflächen «vertiefte Gespräche» mit «diversen Mietinteressenten aus dem Gesundheitsbereich» geführt werden. Wer aber schliesslich einziehe und ob dadurch Anpassungen am Projekt nötig würden, sei aber noch absolut offen.

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